Minister fordert "legale Fluchtwege" für Bootsflüchtlinge

NRW-Integrationsminister Guntram Schneider hat sich in die Diskussion um eine europäische Flüchtlingspolitik eingebracht.
NRW-Integrationsminister Guntram Schneider hat sich in die Diskussion um eine europäische Flüchtlingspolitik eingebracht.
Foto: Christoph Karl Banski/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem Tod von mehreren Hundert Flüchtlingen in Mittelmeer fordert NRW-Integrationsminister Schneider "eine faire Chance" für Bootsflüchtlinge.

Essen.. Vor dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der EU zur Flüchtlingsproblematik am Donnerstag hat NRW-Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) eine Kehrtwende in der europäischen Flüchtlingspolitik gefordert: „Neben dem Ausbau der Seenotrettung und der Wiederauflage des Programms ,Mare Nostrum’, ist es wichtig, endlich legale Fluchtwege zu schaffen, damit die Menschen nicht den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nehmen“, sagte Schneider dieser Zeitung.

Der NRW-Integrationsminister betonte, er befürworte „ein Visum aus humanitären Gründen“, ausgestellt durch die Auslandsvertretungen der EU, das es den Menschen ermögliche, zunächst befristet legal nach Europa zu kommen. „Nur wenn die EU und ihre Mitgliedsstaaten die geordnete Prüfung der Ansprüche dieser Menschen übernehmen, bekommen die Menschen eine faire Chance und werden den gefährlichen Weg nicht länger als einzige Alternative sehen“, sagte Schneider weiter. (we)