Mindestens 33 Tote bei Anschlägen im Irak und in Syrien

Irakische Soldaten mit einer erbeuteten Fahne der IS-Fanatiker.
Irakische Soldaten mit einer erbeuteten Fahne der IS-Fanatiker.
Foto: Alaa Al-Shemaree / Archiv
Was wir bereits wissen
Extremisten haben am Montag Kraftwerke und Polizeiversammlungen im Irak und in Syrien attackiert. Besonders schlimm traf es eine Trauergesellschaft.

Bagdad/Damaskus.. Dschihadisten haben bei mehreren Anschlägen im Irak und in Syrien am Montag mindestens 33 Menschen getötet. Bei einem Anschlag eines Selbstmordattentäters starben nach Angaben der irakischen Nachrichtenseite Al-Mada 21 Trauernde auf einer Beerdigung nördlich von Bagdad. Vier weitere Menschen seien bei einer Explosion in der Ortschaft Al-Ishaki getötet worden, sagte ein irakischer Sicherheitsbeamter. Und auch im syrischen Homs verübten Extremisten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte einen Anschlag.

Demnach hätten zwei Dschihadisten ein Auto in die Nähe eines Gaskraftwerkes gesteuert und dort zur Explosion gebracht. Dabei seien acht Menschen getötet und 15 verletzt worden. Unter den Toten seien vier Soldaten gewesen. Die Dschihadisten sollen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehören, meldete die Beobachtungsstelle unter Berufung auf Augenzeugen.

Zwei Männer gefasst

Terror Die syrische Nachrichtenagentur Sana bestätigte den Angriff, machte jedoch zunächst keine Angaben zur Opferzahl. Sicherheitskräfte hätten das Auto an der Einfahrt in das Gaskraftwerk gehindert, woraufhin die Extremisten die Autobombe außerhalb gezündet hätten. Das Kraftwerk sei nicht beschädigt worden. Laut dem syrischen Staatsfernsehen konnten zwei "Terroristen" auf ihrer Flucht geschnappt werden.

Die IS-Miliz hatte sich zunächst nicht zu dem Anschlag bekannt. Die Miliz kontrolliert in Syrien und im benachbarten Irak je rund ein Drittel der Fläche. In diesen selbst ernannten "Kalifat" tyrannisiert sie alle, die sich ihr nicht unterwerfen und geht mit Anschlägen gegen ihre Feinde vor.

Sunnitische Bewegung von Extremisten als "ungläubig" betrachtet

Terrorismus Ebenfalls am Montag hatte sich im 20 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Tadschi ein Selbstmordattentäter während einer Beerdigung mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag waren nach Angaben von Al-Mada 21 Menschen getötet und weitere 63 verletzt worden. Die Trauerfeier habe einem führenden Mitglied der regierungsnahen Sahwa-Bewegung gegolten. Die sunnitische Bewegung wird von Extremisten als "ungläubig" betrachtet, weil sie die von Schiiten dominierte irakische Regierung unterstützt.

Bei der Explosion eines weiteren Sprengsatzes in der nordirakischen Stadt Al-Ishaki waren zuvor vier Menschen ums Leben gekommen und 13 weitere verletzt worden. Bei den Opfern handele es sich um Polizisten sowie schiitische Kämpfer, die sich am Kampf gegen die IS-Miliz beteiligten, sagte ein irakischer Sicherheitsbeamter. (dpa)