Millionenstrafen wegen Preisabsprachen im Handel

E.  Wegen illegaler Preisabsprachen bei bekannten Markenprodukten hat das Bundeskartellamt Bußgelder gegen sieben namhafte Handelsunternehmen und vier Hersteller in Höhe von 151,6 Millionen Euro verhängt.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt wirft den großen Konzernen vor, Vereinbarungen über Ladenpreise zulasten der Verbraucher getroffen zu haben. Auf Wunsch der Hersteller verkauften die Händler die Produkte nach Vorgaben der unverbindlichen Preisempfehlung, um Ausreißer nach unten zu vermeiden. Für das Entgegenkommen zeigte sich die Industrie gegenüber den Händlern über Rabatte erkenntlich – auf Kosten der Verbraucher.

Die höchste Einzelstrafe mit rund 50 Millionen Euro muss nach WAZ-Informationen Edeka bezahlen. Aber auch Rewe, Kaufland, Metro, Aldi, Fressnapf und Das Futterhaus haben ihre Bußgelder akzeptiert, so das Kartellamt. Einige andere Händler wehren sich noch gegen ihre Bestrafung. Darunter befindet sich dem Vernehmen nach auch die Drogeriekette Roßmann. Auf Industrieseite werden Haribo, Johnson & Johnson (Bebe, Penaten), die Schokoladenfabrik Ritter und die Dr. Wolff-Gruppe (Alpecin) zur Kasse gebeten.