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Vereidigung

Merkels Lob auf die Wehrpflicht

21.07.2009 | 07:39 Uhr
Merkels Lob auf die Wehrpflicht

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich beim Rekruten-Gelöbnis unerwartet deutlich zur Wehrpflicht. 400 Bundeswehrsoldaten nahmen an der feierlichen Zeremonie vor dem Reichstag teil. Den knapp 200 Demonstranten gelang es nicht, die Veranstaltung zu stören.

Am Tag, an dem sich zum 65. Mal das gescheiterte Attentat der Widerstandskämpfer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg gegen Adolf Hitler jährte, sollte rein gar nichts schiefgehen bei der feierlichen Zeremonie vor dem Reichstag in Berlin. Weil bis zuletzt anonyme Aufrufe aus der linksextremen Szene kursierten, die in drastischen Worten Gewalt gegen Soldaten propagierten, hatte die Berliner Polizei vor dem gestrigen Gelöbnis von 400 Bundessoldaten das Areal im Regierungsviertel schon am Nachmittag in eine riesige Sicherheitszone verwandelt.

Feier ohne Störungen

Das Resultat entsprach den Vorstellungen der Veranstalter. Ohne Störungen durch knapp 200 Demonstranten, die außer Sicht- und Hörweite vom Reichstagsgebäude am Potsdamer Platz friedlich und lautstark ihre Kritik an einem aus ihrer Sicht „militaristischen Ritual” bekundeten, sprachen die jungen Rekruten zum zweite Mal an diesem Ort ihre Formel: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel, neben Verteidigungsminister Franz-Josef Jung Hauptrednerin, nutzte den Abend zu einem unerwartet deutlichen Bekenntnis zur Wehrpflicht, die eine „wichtige Klammer zwischen Gesellschaft und Streitkräften” darstelle. Der Dienst in der Bundeswehr zeige, dass „Freiheit nicht zum Nulltarif ohne verantwortungsvolles Engagement aller Bürger” zu haben sei, sagte Merkel wohl auch an die Adresse des Regierungswunschpartners FDP, deren Chef, Guido Westerwelle, vor Kurzem für die Wehrpflicht-Abschaffung eingetreten war.

Merkel: Bekenntnis zur Wehrpflicht

Merkel dagegen blieb eindeutig: „Ich bekenne mich zur Wehrpflicht”, sagte sie, und sprach von einem „Markenzeichen unserer Streitkräfte, um die wir auch international beneidet werden”.

Im Gegensatz zu den Anti-Gelöbnis-Protesten der vergangenen Jahre, als der öffentliche Zapfenstreich im Bendlerblock des Verteidigungsministeriums stattfand, hatten die Gegner diesmal die Tonart im Vorfeld verschärft. So wurde mittels einer makabren „Gebrauchsanweisung” offen dazu aufgerufen, Bundeswehrangehörige- abhängig vom Dienstgrad – körperlich zu behelligen: Für einen Oberstleutnant waren Tritte gegen das Schienbein vorgesehen, für einen General schlichtes „Reinhauen”. Entgegen den Befürchtungen verlief die Zeremonie , an der viele Familien der Rekruten teilnahmen, ohne Zwischenfälle.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), hatte dessen ungeachtet zuvor eine fehlende Anerkennung für die Truppe beklagt. „Es gibt in unserer Gesellschaft zu wenig menschliche Zuwendung gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten”, sagte Robbe in einem Interview. Gelöbnisse vor dem Reichstag, die Vergabe von Tapferkeitsmedaillen und der Bau eines Ehrenmals für tote Soldaten seien darum „wichtige symbolische Gesten”.

Gedenken an gescheitertes Hitler-Attentat

Eine solche Geste unternahmen Parlament und Bundesregierung im Laufe des Tages, als sie des gescheiterten Attentats auf Hitler mit Kranzniederlegungen im Bendlerblock und in der Gedenkstätte Plötzensee gedacht.

Im Bendlerblock wurden Graf von Stauffenberg und zwei Mitstreiter in der Nacht zum 21. Juli 1944 standrechtlich erschossen. In Plötzensee wurden bis 1945 fast 3000 Menschen, darunter viele Gegner des Nationalsozialismus, getötet. Merkel sagte über die Männer und Frauen des Widerstands gegen Hitler, sie seien „Vorbild, Leitbild und Verpflichtung”.

Dirk Hautkapp

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Kommentare
22.07.2009
15:22
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von Peter Bosshard | #48

Was für eine Heuchelei ! Eine Frau, die nie Militärdienst zu leisten gezwungen wurde, singt ein Loblied auf die Militärdienstpflicht.
Das Merkel sagte noch, dass : „Freiheit nicht zum Nulltarif ohne verantwortungsvolles Engagement aller Bürger” zu haben sei.
Doch, Frau Merkel, gerade sie als Frau müsste das doch wissen ! Nee. Kinder hatse auch nich. Bleiben nur die Sprechblasen.

22.07.2009
14:39
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von MenschAlbers | #47

Diese Person ermahnt, fordert, ruft auf usw., aber von vernünftiger Politik für den Bürger keinerlei Spur.
Unsere Parteien sind angefüllt mit Marionetten der Lobbyisten, dadurch wird der Wähler zur Lachnummer degradiert. Wenn ich mir eine Krogmann, Koch-Mehrin, vdL, Schäuble, Koch, Gabriel, ganz schlimm Westerwelle, Pofalle, Niebel oder das Merkel so anschaue, wird mir einfach nur noch schlecht, und die Wut wächst täglich. Die Liste ließe sich noch erheblich erweitern.
In diesem Land läuft zur Zeit fast alles schief, was schief laufen kann. Die Zerstörung des Sozialstaates gewinnt immer mehr an Fahrt, und falls CDU/FDP regieren und der Neofeudalismus etabliert wird, bleibt wohl nur noch der Weg in den, bewaffneten?, Untergrund.
Wer nicht bald aufsteht und sich auflehnt, der kann auch für immer sitzen bleiben.

22.07.2009
13:24
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von weingeist | #46

Wenn Wehrpflicht eine einrichtung des verantwortungsvollen Engagements aller Bürger ist, dann sei zu Fragen, sind die Frauen denn keine Bürger? Wo bleibt denn hier die Gleichberechtigung?

Der Kern Wahrheit indes ist, dass ich nur in dem Maße Bürger bin, wie ich auch Bürger-Pflichten habe und diesen nachkomme.

Also gemäß Merkel-Logik:
Frau => weniger Bürgerpflichten => weniger Bürger.

22.07.2009
10:52
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von michel25 | #45

Diese Frau ist echt von nem anderen Stern, sie bekennt sich also zur Wehrpflicht. Hat sie jemals diesen abgeleistet? Nein!
Hat sie wenigstens Zivildienst geleistet? Nein!
Ich gratuliere jedem der nicht in den Staatsfrondienst muss. Bundeswehr ja, aber freiwilig. Ist schon komisch dass wir als eines der friedlichsten Länder in der Nato noch eine Wehrpflicht haben. Nicht mal die Kriegstreiber Nr 1 und 2 England und USA haben diese noch.

Oder anders: Macht den Zivildienst zum Standard und die Bundeswehr zur Option. Und wenn ihr die Mädels nicht dazu holt führt ne Gebärpflicht ein, dann klappts auch mit der Rente (dies nur als Anspielung darauf, warum Frauen nicht dienen müssen).

Was soll eigentlich diese Verbindung mit Stauffenberg, der Mann war Offizier und Berufssoldat in Familientradition. Gab es Kriegsdienstverpflichtete im Widerstand? Ich weiß von keinem, die hatten genug damit zu tun sich in irgendwelchen Gräben verheizen zu lassen. Was seinen Pläne für nach der Revolution angeht will ich jetzt nicht anfangen. Trotzdem sein Erfolg wär mir lieber gewesen als die Alternative. Jede Minute mit dem Schnauzbart war eine zufiel!!!

22.07.2009
08:23
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von supply | #44

Kleiner Geist wird auch nicht groß..

22.07.2009
01:05
Blockierter Kommentar.
von dumm wie ein linker | #43

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.07.2009
21:49
Blockierter Kommentar.
von Beatrix.Gutmann | #42

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21.07.2009
21:28
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von kuba4711 | #41

Nein ,aber ein Junker-Regime ,wenn Dir Dümmling dies etwas sagt.

21.07.2009
21:22
Blockierter Kommentar.
von dumm wie ein linker | #40

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.07.2009
20:49
Merkels Lob auf die Wehrpflicht
von dasKollektiv | #39

Graf von Stauffenberg war ein Mann gegen Demokratie, er wollte lediglich die Militärdiktatur mit anderen verblendeten aufrecht halten.

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