Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Kommentar

Merkels Dominanz

15.08.2012 | 18:43 Uhr
Merkels Dominanz
Die CDU brachte in ihrer Geschichte große Kanzler hervor: Adenauer, Kohl, auch Merkel.Foto: Timur Emek/dapd

Die CDU ist ein Kanzlerwahlverein. Das kann sie gut vertreten. Sie brachte in ihrer Geschichte große Kanzler hervor, Adenauer, Kohl, auch Merkel. Aber von Zeit zu Zeit leidet die CDU daran, dass sie „uniform, konform, chloroform“ ist, wie es ihr früherer Generalsekretär Heiner Geißler einmal ausgedrückt hat.

Jetzt ist es wieder so weit. Die CDU fühlt sich ausgelaugt. Ein Teil von ihr leidet am Lauf der Dinge, ­etwa am Euro-Krisenmanagement, aber auch an Merkels Dominanz. Ein Beispiel dafür ist Josef Schlarmann, der Chef der Mittelstands­vereinigung.

Die Dominanz ist mindestens so ausgeprägt wie bei Adenauer und Kohl. Die hatten meist Konkurrenten, Merkel aber ist schier alternativlos: Niemand macht ihr den Rang streitig, niemand kann der Partei eine andere Prägung geben.

Merkel verdrängt ihre Rivalen vom Tisch

Dabei agiert Merkel so unaufgeregt, dass es deplatziert wirkt, ihr autoritäre Macht vorzuwerfen. Sie haut nicht auf den Tisch – sie sorgt dafür, dass Rivalen gar nicht erst am Tisch sitzen. Auch in ihrer Raffinesse ist sie ihren Kritikern weit überlegen.

Nun hat sich die Union – mit ­Ausnahme von CSU-Chef Seehofer – eigentlich von Merkel gern bemuttern, bis zu einem gewissen Punkt auch bevormunden lassen.

Die Unruhe kommt jetzt auf, weil klar wird, dass es 2013 kaum für eine Fortführung der schwarz-gelben Koalition reichen wird; und dass dies Merkel nicht viel auszumachen scheint. Der Weg führt in die Opposition oder in eine Große Koalition. Für Konserva­tive heißt das: Sie stehen abseits – und bleiben es bis auf weiteres.

Miguel Sanches



Kommentare
Aus dem Ressort
Obama ändert Kurs in Afghanistan - 2015 mehr Kampfeinsätze
US-Politik
Präsident Barack Obama billigt einem Zeitungsbericht zufolge weitere US-Kampfeinsätze in Afghanistan, auch nach dem angekündigten Abzug aller Nato-Kampftruppen zum Jahresende. Der Demokrat habe die Rolle der 2015 noch im Land verbleibenden US-Soldaten ausgeweitet, meldete die "New York Times".
Kraft bekräftigt - "Mit mir wird es kein Fracking geben"
Fracking
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat ihr klares Nein zum Fracking bekräftigt. „Ich bleibe bei dem, was ich immer gesagt habe: Solange ich in Nordrhein-Westfalen Ministerpräsidentin bin, wird es hier kein Fracking für die unkonventionelle Erdgasförderung geben“, sagte sie der WAZ.
60 Deutsche in den Reihen der Terrormiliz IS getötet
Terrormiliz IS
Mindestens neun Deutsche sind nach Angaben des Verfassungsschutzes als Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" bei Selbstmordanschlägen ums Leben gekommen. Insgesamt starben demnach bisher 60 Deutsche bei den Kämpfen in Syrien und im Irak. Auch in Deutschland drohten Anschläge.
Streit um Migration - Obama und Republikaner vor Showdown
US-Politik
Sie wollten zusammenarbeiten - das hatten Obama und die Republikaner nach der Kongresswahl gesagt. Aber danach sieht es nach Obamas Alleingang bei der Einwandererpolitik nicht mehr aus. Die Republikaner reichten im Zusammenhang mit Obamas Gesundheitsreform Verfassungsklage gegen den Präsidenten ein.
Gewerkschaft: Radikale Islamisten bringen Polizei an Grenzen
Polizei
Hooligans, Neonazis, Rocker, Salafisten: Die Klientel, die der Staat besonders im Blick haben soll, ist stark gewachsen. Nun schlägt die Gewerkschaft der Polizei Alarm: Die Überwachung sei nicht mehr zu schaffen, und die Situation werde mit dem geplanten Personalabbau noch verschärfen.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos