Merkel will Kindergeld und Hartz-IV-Sätze für Kinder angleichen
20.11.2009 | 20:16 Uhr 2009-11-20T20:16:00+0100
Wiesbaden/Berlin. Kindergeld und Hartz-IV-Satz sollen näher zusammenrücken. Bundeskanzlerin Merkel will so vermeiden, dass die Zahl der Kinder entscheidet, ob es sich lohnt, wieder arbeiten zu gehen oder nicht. In Deutschland fehlen derweil noch 275.000 Betreuungsplätze
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Kindergeld und Hartz-IV-Sätze für Kinder anzugleichen. «Es gibt ein immanentes Interesse, das Kindergeld und den Hartz-IV-Satz möglichst nah zusammenzubringen, damit die Zahl der Kinder nicht darüber entscheidet, ob es sich lohnt, wieder arbeiten zu gehen oder nicht», sagte Merkel am Freitag in Berlin.
Merkel verteidigte die zu Jahresbeginn in Kraft tretende Kindergelderhöhung um 20 Euro gegen Forderungen, das Geld lieber in die Bildung zu investieren. Derzeit lägen die Hartz-IV-Sätze für Kinder bei 224 Euro, das Kindergeld für die ersten beiden Kinder aber bei je 164 Euro. «Wenn wir diese Lücke immer größer werden lassen, dann führt das dazu, dass die Anreize zum Aufnehmen von Arbeit in Abhängigkeit von der Zahl der Kinder immer schwächer werden», sagte Merkel.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte derweil an, ihre jüngsten Vorschläge zum Kinderzuschlag bis «spätestens Anfang 2011» umzusetzen. Ziel des geplanten Gesetzentwurfs sei zu erreichen, dass an der oberen Einkommensgrenze nicht länger eine kleine Gehaltserhöhung um wenige Euro das Entfallen des Kinderzuschlags verursache, sagte von der Leyen der «Passauer Neuen Presse» vom Freitag. Außerdem solle es ein Wahlrecht zwischen Kinderzuschlag und Hartz IV geben. Bei Hartz IV befürwortete von der Leyen, «die Regelsätze für Kinder grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen».
Von der Leyen zog derweil die Einführung des im Koalitionsvertrag vereinbarten Betreuungsgelds für zu Hause betreute Kleinkinder bis drei Jahre in Zweifel. Es störe sie, «dass das Betreuungsgeld nur dann gezahlt werden soll, wenn das eigene Kind nicht in die Kita geht oder bei einer Tagesmutter ist», sagte sie.
Schon heute würden Kinder aus sozial schwachen Familien seltener in die Kita gehen als Kinder von gut ausgebildeten Eltern. «Deshalb sollten wir in den nächsten drei Jahren darüber diskutieren, wie wir die Leistung gestalten, damit kein Kind draußen bleiben muss.» Statt der ab 2013 geplanten 150 Euro monatlich halte sie ein zuletzt von der FDP ins Spiel gebrachtes Gutscheinmodell für «nachdenkenswert», sagte von der Leyen.
Die CSU hatte das Betreuungsgeld als Ergänzung zum bereits laufenden Ausbau der Betreuung von Kleinkindern durchgesetzt. Nach einer Modellrechnung des Statistischen Bundesamtes fehlen hier noch rund 275.000 zusätzliche Betreuungsangebote, um im Jahr 2013 wie geplant 35 Prozent der Kinder dieser Alltagsgruppe eine Betreuung bieten zu können. Unter der Annahme einer konstanten Geburtenziffer von 1,4 Kindern je Frau werden den Statistikern zufolge Ende 2012 insgesamt 1,98 Millionen unter Dreijährige in Deutschland leben. Um 35 Prozent von ihnen einen Betreuungsplatz bieten zu können, seien 692.000 nötig - tatsächlich gab es am 1. März aber nur 417.000 Plätze.
Wie die Statistiker weiter berichteten, müssen damit in den kommenden Jahren jedes Jahr im Durchschnitt Betreuungsplätze für rund 69.000 unter Dreijährige geschaffen werden. Da es in den ostdeutschen Bundesländern bereits eine überdurchschnittliche Betreuungsquote von 46 Prozent gibt, seien die zusätzlichen Plätze rechnerisch ausschließlich im Westen zu schaffen. (afp)

18:56
Ich weiss gar nicht was Hartz-IV-Familien haben.. nur weil ihr weniger habt.. Und eine Familie die arbeiten geht hat manchmal auch nicht mehr. Und dafür gehen Arbeiterfamilien 8 Stunden aufwärts arbeiten. Und ihr lacht euch kaputt wie dumm wir sind. Ihr wollt wollt immer mehr. Aber es kann doch nicht sein das eine Hartz-IV-Familie mehr hat als eine Familie wo wenigsten ein Teil davon arbeiten geht. Hartz-IV-Familien müssen nicht für Kindergärtern zahlen wir Arbeiter schon. Oder wenn ein Kind ne Ganztagsschule besucht werden Arbeiterfamilien auch zu Kasse gebeten. Also jammert nicht rum... sondern bewegt euch doch wenn es euch soooooooo schlecht geht. Zum lachen wie sich einige beschweren können obwohl Ihnen da meiste eh bezahlt wird. lg
21:44
Typisch CDU: Reichen wird gegeben,.. Hartz-IV-Familien schauen wieder in die Röhre, denn was die Kindergeldkasse ihnen gibt, braucht Hartz IV nicht auszuzahlen, dort wird Kindergeld angerechnet. Mehr noch: Wenn die Kinder aufgrund eigenem Einkommen (Waisenrente, Ausbildungsvergütung, etc. das Kindergeld nur teilweise für ihren Bedarf benötigen, wird der Rest für die Eltern verwendet. Was also haben die Langzeitarbeitslosen von der Erhöhung? NICHTS!
21:50
statt sich Gedanken darüber zu machen über Kindergeld ect..
Das BGE ist die Lösung !! denn damit würden viele Probleme abgeschafft sein .
14:44
Eines Tages wird es das bedingungslose Grundeinkommen geben. Es arbeiten sehr viele Gruppen und nahezu alle Parteien daran, im In- und Ausland; nur Namen und Inhalte fallen unterschiedlich aus. Es gibt Arbeitsgruppen. Jeder kann mitmachen.
Aber aktuell kann hier auch jeder mitmachen: Runder Tisch - Hartz IV muss weg!
http://www.dielinke-essen.de/politik/hartz_iv/
23:56
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03:22
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23:45
@Frika Delle
1800€??? Aus welchem Märchen stammt dend diese Zahl?
@Noosha
Woher sind denn diese Weisheiten? Finanziert werden mehrtägige Klassenfahrten, einen Zuschuß für Schulsachen gibt es seit diesem Jahr. Bis letztes Jahr hatte der Hartz-IV-Bezieher das Privileg, Fahrkosten ab Klasse 11 selbst zu tragen, wenn er sich den Luxus Gymnasium für sein Kind geleistet hat. Übrigens haben auch Geringverdiener, welche Kinderzuschlag bekommen die Möglichkeit, einen Zuschuß für mehrtägige Klassenfahrten zu beantragen, das Schulgeld (100€ zum Schuljahresbeginn) gibt es da auch.
Um dummen Kommentaren vorzubeugen: ich habe 3 Kinder allein groß gezogen, 2 studieren bereits; war die ganzen Jahre aebeitslos und habe jede Arbeit, 1€-Job, Umschulung etc. angenommen, habe jetzt endlich einen richtigen Arbeitsvertrag.
23:01
#43
Schade, aber das ist so wie sie es geschrieben haben, gelogen!
22:12
Bitte nicht vergessen: Kinder von HartzIV beziehenden Eltern besuchen kostenlos die Kindergärten und für Schulkinder gibt es Sonderzulagen für Schulmittel, Fahrkarten, Ausflüge etc.
Das alles müssen Familien, wo nur ein Elternteil oder auch beide arbeiten, selbst aufbringen!
19:05
#39 jps
Korrekt,
dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Einzig, nicht sie, Merkel, hat dies durchgeführt, sondern die von ihr als Bundeskanzlerin geführte Regierung.
Da gehören ja noch ein paar andere hinzu.
Gruß
Nico