Merkel verteidigt Waffenlieferungen an Israel

"Wir glauben, dass Deutschland Israel besonders unterstützen muss", sagte Angela Merkel. Am Dienstag empfing sie den israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin.
"Wir glauben, dass Deutschland Israel besonders unterstützen muss", sagte Angela Merkel. Am Dienstag empfing sie den israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin.
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Was wir bereits wissen
Bundeskanzlerin Merkel verteidigt Waffenlieferungen an Israel. Deutschland habe eine besondere Verantwortung für den Staat im Nahen Osten.

Berlin.. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die umstrittenen Waffenlieferungen an Israel mit Deutschlands besonderer Verantwortung gegenüber dem jüdischen Staat verteidigt. Zum 50-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sagte Merkel am Dienstag in Berlin: "Wir glauben, dass Deutschland Israel besonders unterstützen muss." Zugleich sprach sie sich für eine Nahost-Friedenslösung mit einem eigenen Palästinenserstaat aus. "Wir wollen, dass alle dort friedlich miteinander leben."

Staatsbesuch Merkel begründete die Waffenlieferungen in einer Diskussion mit Schülern damit, dass Israel sich gegen Angriffe verteidigen können müsse. "Und weil wir glauben, dass Deutschland Israel besonders unterstützen muss. Das nationalsozialistische Deutschland hat sechs Millionen Juden umgebracht. Die Juden waren sehr froh, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg einen Staat bekommen haben und damit eine Zuflucht. Aus dieser Verantwortung heraus machen wir das."

50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Isreal

Deutschland und Israel hatten am 12. Mai 1965 diplomatische Beziehungen aufgenommen, zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die ersten Waffenlieferungen gab es schon in den 1950er Jahren. Erst am Montag wurde ein Vertrag zum Kauf vier deutscher Kriegsschiffe im Wert von 430 Millionen Euro unterzeichnet. Israel erhält aus Deutschland auch insgesamt sechs U-Boote, die mit Atomwaffen bestückt werden können.

Das Jubiläum wird in beiden Ländern gefeiert. Der israelische Präsident Reuven Riblin ist bis Mittwoch zu Besuch in Deutschland. Am Dienstag standen Treffen mit Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf dem Programm. Am Abend gibt es in der Philharmonie einen Festakt. Parallel dazu war am Dienstag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Israel zu Gast. (dpa)