Merkel sichert Juden Schutz zu

Berlin/Kopenhagen.  . Nach den blutigen Anschlägen von Islamisten in Paris und Kopenhagen ist eine politische Debatte um die Sicherheit von Juden in Europa entbrannt. Bundeskanzlerin Merkel versicherte den jüdischen Bürgern Deutschlands, dass sie gut beschützt werden.

Die Verantwortlichen täten alles dafür, dass die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und Bürger gewährleistet werde. „Wir möchten gerne mit den Juden, die heute in Deutschland sind, weiter gut zusammenleben“, sagte Merkel. „Wir sind froh und auch dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt.“

Merkel reagierte auf den israelischen Regierungschef Netanjahu, der angesichts der Anschläge von Kopenhagen die Juden in Europa erneut dazu aufgerufen hatte, nach Israel auszuwandern. „Juden wurden auf europäischem Boden ermordet, nur weil sie Juden waren“, hatte Netanjahu gesagt. „Diese Terrorwelle wird weitergehen.“ Er wende sich an die Juden in Europa: „Israel ist eure Heimstätte.“

Dänemarks Chefrabbiner Melchior kritisierte den Aufruf. „Wir haben keine Angst“, sagte er dem israelischen Rundfunk. „Wir lassen uns nicht von Terroristen dazu zwingen, unser tägliches Leben zu ändern, in Angst zu leben und an andere Orte zu fliehen.“ Juden könnten nach Israel auswandern, weil sie den jüdischen Staat liebten, „aber nicht, weil sie Angst haben, in Dänemark zu leben“.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland rief die Behörden zu erhöhter Wachsamkeit auf. „Unter dieser Voraussetzung ist jüdisches Leben auch in Deutschland weiterhin möglich“, sagte Präsident des Zentralrats, Schuster.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, sieht in einer Auswanderung europäischer Juden keine angemessene Reaktion auf die jüngsten Anschläge. „Ein Exodus der europäischen Juden nach Israel ist keine Lösung der massiven Gefährdung durch islamistischen Terror“, sagte sie.

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