Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Gleichstellungspolitik

Merkel ist gegen gesetzliche Frauenquote

02.02.2011 | 18:24 Uhr
Merkel ist gegen gesetzliche Frauenquote
Barbie ist Kanzlerin: In Hamburg präsentierte ein Model die Barbie-Puppe "Angela Merkel" des Spielwarenherstellers Mattel. Die Gummi-Lady mit der Kanzlerinnen-Frisur ist allerdings ein Unikat, das sich der US-Konzern zum 50. Jubiläum der ersten Barbie-Puppe gönnte.

Berlin  Die Kanzlerin will Unternehmen nicht zwingen, verstärkt Frauen für Führungspositionen zu suchen.

. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen eine Frauenquote in der Wirtschaft ausgesprochen. Dies erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

Damit stoppte Merkel den Vorstoß von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die sich zuletzt für eine 30-Prozent-Klausel eingesetzt hat. Dagegen gab es massiven Widerstand von der FDP – aber auch von der CSU und Familienministerin Kristina Schröder (CDU), die eine ­flexible Lösung bevorzugt.

Wie Seibert mitteilte, will Merkel nun den Unternehmen erneut die Chance geben, in absehbarer Zeit den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Entsprechende Schritte dazu wollen Schröder und von der Leyen im März mit den Personalchefs und den Arbeitsdirektoren der DAX-Konzerne besprechen.

Ein Machtwort

Merkel begründete ihre Haltung damit, dass die gesetzliche Vorgabe in der Koalition nicht machbar sei. „Ich sehe auch, dass die Quote zur Zeit nicht durchsetzbar ist“, pflichtete von der Leyen bei. Damit sei das Problem aber nicht gelöst, „dass Aufsichtsräte und Vorstände in Deutschland quasi frauenfreie Zonen sind.“

Kritik an Merkels Entschluss kam von der Oppo­sition. Grünen-Fraktionsvize Ekin Deligöz bezeichnete von der Leyen als Ankündigungsministerin. „Chefin Merkel spricht ein Machtwort und die vollmundigen Vorhaben der Ministerin fallen in sich zusammen.“ Die stellver­tretende SPD-Chefin Manuela Schwesig warf der Kanzlerin vor, sie unterstütze die „rückständige und konservative“ Familienpolitik Schröders.

Daniel Freudenreich

Facebook
 
Kommentare
03.02.2011
18:18
Merkel ist gegen gesetzliche Frauenquote
von twenteenschede | #1

Vielleicht kann alternativ dazu eine sogenannte Radetzkymarsch-Quote ins Leben gerufen werden:
Mann- Frau, Mann-Frau, Mann-Frau-Frau-Frau,
Mann- Frau, Mann-Frau, Mann-Frau-Frau-Frau......

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4237232/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat tagt in Krisensitzung zu Syrien-Massaker
Syrien
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach Angaben von Diplomaten noch am Sonntag treffen, um über das Massaker im syrischen Hula mit mindestens 109 Toten zu diskutieren. Das Gremium werde sich um 20.30 Uhr deutscher Zeit treffen, hieß es.
Foto 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.