Merkel in Griechenland mit Hakenkreuzen begrüßt
09.10.2012 | 13:06 Uhr 2012-10-09T13:06:29+0200
Athen. Es ist kein einfacher Besuch für Angela Merkel. Für viele Griechen ist die Bundeskanzlerin die treibende Kraft hinter dem Sparzwang für Griechenland. Ihren Unmut zeigen sie durchaus drastisch: mit Hakenkreuzen, Steinen und Brandsätzen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.
Zum ersten Mal seit Beginn der griechischen Schuldenkrise vor gut drei Jahren ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag zu einem Kurzbesuch in Athen eingetroffen. Während die Kanzlerin zunächst mit Ministerpräsident Antonis Samaras zusammentraf, protestierten Rechte und Linke im Zentrum der griechischen Hauptstadt gegen Merkel , die sie als Verfechterin eines strengen Sparkurses für ihre Misere des Landes mitverantwortlich machen.
Bei den Protesten kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten. Die Sicherheitskräfte gingen im Zentrum der griechischen Hauptstadt mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die Steine und Brandsätze warfen. Um die Menge zurückzudrängen setzten die Polizisten außerdem Schockgranaten und Pfefferspray ein. Die Auseinandersetzungen spielten sich wenige Hundert Meter von dem Gebäude entfernt ab, in dem Merkel mit Ministerpräsident Antonis Samaras über die Schuldenkrise des südosteuropäischen Euro-Landes sprach.
Schon Stunden vorher hatte es auf dem Syntagma-Platz in Athen Proteste gegeben. Einige Demonstranten trugen dabei Plakate mit Hakenkreuzen und Aufschriften wie "Nein zum Vierten Reich" oder "Sie sind nicht willkommen, Imperialisten raus". Mehr als 45 Menschen wurden festgenommen, unter anderem ein Mann, der sich der abgesperrten deutschen Botschaft nähern wollte.
Die Kanzlerin fordert weiter einen strengen Sparkurs von Griechenland
Merkel will bei ihrem Kurzbesuch den Hellenen ihre Unterstützung ausdrücken und sie zugleich an die eingegangenen Verpflichtungen erinnern. "Gutes Wirtschaften und Solidarität" sei die beste Kombination für die Zukunft Europas, sagte sie. Als Verfechterin eines strengen Sparkurses ist Merkel in Teilen der griechischen Bevölkerung sehr umstritten. Linke und nationalistische Parteien machen ihren Kurs für die seit Jahren anhaltende Rezession mitverantwortlich. An den Protesten der Linken in Athen nimmt auch der Chef der deutschen Linkspartei Bernd Riexinger teil.
Der deutsch-griechische FDP-Politiker Chatzimarkakis erhofft sich von Merkels Reise ein menschliches Signal an die Hellenen. "Die Kanzlerin hat im Sommer davon gesprochen, dass ihr 'Herz blutet', wenn sie etwa an die griechischen Rentner denkt", sagte der Europaparlamentarier. "Diese mitfühlende, christliche Empathie ist in Griechenland gut angekommen und wäre auch das absolut beste Signal für Ihre Reise."
Deutscher Politiker der Linken beteiligt sich an den Protesten in Athen
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) knüpfte weitere Zugeständnisse der Europartner an die Umsetzung von Reformen in Griechenland. "Der Besuch der Bundeskanzlerin zeigt, dass wir nach wie vor zur Solidarität bereit sind, allerdings gilt ebenso nach wie vor, dass die zugesagten Reformen auch umgesetzt werden müssen", sagte er der "Rheinischen Post".
Vor der Freigabe der nächsten Notkredite sollte das Land "spätestens bis zum 18. Oktober die schon im März vereinbarten Maßnahmen umsetzen", Linke-Chef Bernd Riexinger, der in Athen an Protesten gegen Merkel teilnehmen wollte, warnte vor verheerenden Folgen weiterer Sparprogramme. Alle bisherigen Hilfsprogramme seien mit Auflagen verbunden, etwa die Renten und Löhne zu senken und öffentliches Eigentum zu verkaufen, sagte er im ARD-"Morgenmagazin". "Das ist keine Perspektive, die den Menschen wirklich hilft."
Die Eurogruppe hatte Griechenland zuvor eine Frist von zehn Tagen zur Einhaltung seiner Sparversprechen gesetzt. sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Montagabend nach Beratungen der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Das Land braucht spätestens Mitte November weitere 31,5 Milliarden Euro aus dem zweiten Rettungsprogramm, um nicht in die Pleite zu rutschen. Juncker forderte eine Entscheidung zu Griechenland "in den kommenden Wochen". (dapd/afp)

14:19
Den Besuch hätte merkel sich sparen können, die Griechen sind viel zu verbohrt um zu begreifen, das Sie an der Kriese ganz allein Schuld sind. Merkel hätte das Geld für Flug und alles drum rum lieber sparen sollen.
12:53
Griechenland hat 11.000.000 Einwohner. Allein Athen hat 800.000. 25.000 haben Merkel unfreundlich begrüßt. Darunter auch zugereiste deutsche Linke... Holen Sie mal den Taschenrechner raus, liebe Leute in der Redaktion! Wie hoch ist der Prozentsatz der Griechen, die Merkel einen unfreundlichen Empfang bereitet haben? 0,3 Prozent der 7,5 Millionen Wahlberechtigten. Höher kommen Sie nicht, liebe Leute in der Redaktion. Also: Wieder mal hysterische Sensationsmache in der Presse, nur weil 0,3 Prozent Schreihälse und Hakenkreuzschmierer die anderen 99,97 Prozent übertönen.
19:53
wird wohl nur von den total Durchgknallten gezeigt, die es einfach nicht kapieren wollen, dass es so wie bisher nicht weiter geht. Die anderen Europäer und ganz besonders die Deutschen bringen die meisten Ersparnisse auf, Das sollten diese Durchgeknallten da endlich mal kapieren. Von nix kommt nix.
17:50
Die deutsche Außenhandelsbilanz mit Griechenland liegt im einstelligen Mrd. Bereich, da kann man gerne drauf verzichten. Anders Frankreich.
Wir retten mit der Griechenland-Hilfe nicht Griechenland oder schützen unsere Banken !
Wir retten französiche Banken und Kredite. Nur die franzosen sind so schlau die Deutschen vorzuschieben.
Erst gibt frankreich Mrd. Kredite, die Banken kaufen unsummen an griechischen Staatsanliehen und jetzt wo die Karre im Dreck sitzt, soll der Rest Europas blechen. Wir halten unseren Kopf hin für des experiment €. Spanien und Italien sind die nächsten die straucheln werden.
Laßt euch alle schön einlullen, von der Solidarität. Seht euch die Stimmenanteile im EU Parlamant, EZB, EU-Rat an. Obwohl wir 20 Mill. Bürger mehr haben als Frankreich hat Frankreich genauso viele Stimmen.
Deutschland hat 1,6 Bill.€ in die DDR infestiert, das sind unsere Schulden ! Frankreich hat fast 2 Bill.€ Schulden, woher stammen die ?
17:39
Jeder der Griechenland helfen will soll Staatsanleihen kaufen oder den Griechen Kredite geben. Es ist leicht das Geld anderer Leute in diesem Schuldensumpf zu vernichten.
Ein Land und deren Bürger die keine Steuern zahlen wollen, die am Staat vorbei leben und lieber schwarz arbeiten, wo ein Pförtner 6000€ verdient und Lokführer einen 40 Stunden TAG haben, braucht sich nicht zu wundern das der Staat pleite geht.
Und diese ganzen Besserdeutschen die nun meinen wir würden auch auf die Straße gehen wenn man uns solche Sparmaßnahmen aufs Auge drückt.
Athen wäre schon längst abgebrannt wenn man den Griechen die ganzen Kröten wie Lohnverzicht, Rentenkürzung, explodierende Energie- und Abgabenpreise in den letzten 20 Jahren aufs Auge gedrückt hätte!
Die Nettolöhne in Deutschland sind in den letzten 20 Jahren um gut 20% gesunken, die griechischen Löhne um 25% gestiegen !
Deutsche Banken Versicherungen hatten ca. 20 Mrd€ an griech. Papieren, Französische. aber über 200 Mrd. ;-)
Sollen die Deutschen jetzt stolz darauf sein, dass die Nettolöhne in den letzten 20 Jahren gesunken sind? Es ist doch wohl eher traurig, dass die Deutschen dagegen nicht aufgestanden sind. Etwas spanische, portugiesische oder auch griechische Mentalität würde uns nicht Schaden, außer wir sind Multimillionär.
17:25
Hier sind wieder dir richtigen Wirtschaftsexperten unter sich
Natürlich wurde der ganz Mist gemacht, damit unsere Wirtschaft läuft.
Die heute meckern, wären sonst schon seit gestern arbeitslos.
16:51
Ich möchte nicht wissen, wie die deutsche Wirtschaft abstürzen würde, wenn ähnliche Sparmaßnahmen wie in Griechenland maßstabsgetreu auf Deutschland übertragen würden!
Allerdings eine Befürchtung müßte Frau Merkel hier nicht haben:
Das Deutsche mal nur halb so auf die Barrikaden gehen würden wie die Griechen!
Der Deutsche ist gewohnt alle Obrigkeit und deren Entscheidungen als gottgewollt hinzunehmen!
Oder wer regt sich darüber auf, daß die Industrie von den EEG-Abgaben verschont wird und der Privathaushalt dafür mehr belastet wird?
Begründung: Die EEG-Abgaben würden energieintensive Betriebe zu stark belasten, sodas sie ins Ausland abwandern würden!
Und genau das ist es: Der einfache Bürger kann nicht mal eben auswandern. Pech für ihn!
16:44
@17
An wen sollen die Hilfsgelder denn sonst fließen?
Sie sollen die Zahlungsunfähigkeit verhindern - das Ziel wird nicht erreicht, wenn man der griechischen Regierung erlauben würde, das Geld in Wohltaten zu stecken und die Gläubiger nicht zu bedienen!
16:42
@16
Das Problem ist, Staatsanleihen wurden schon gekauft, Garantien wurden schon gegeben ... wenn Deutschland sich jetzt zurückzieht, wird es für Deutschland als Gläubiger des einen Teils der griechischen Schulden und Bürge für einen anderen Teil sehr teuer!
@15
Merkel hat das Recht der Einladung einer anderen Regierung zu folgen. Und sie hat auch das Recht, auf die Einhaltung der Zusagen zu pochen! Schließlich hätte sie auch das Recht gehabt, sich nicht an Hilfszahlungen und der Gewährung von Garantien zu beteiligen.
Griechenland kann nicht einfach die eine Hälfte der Vereinbarung (Hilfen) nutzen, aber die andere Hälfte (Auflagen) ablehnen!
16:40
die Milliarden die angeblich nach Griechenland fließen landen fast vollständig bei Anlegern in Deutschland und Frankreich.
Das sind unter anderem auch Private Lebensversicherer die bei einem Zahlungsstopp deutschen Privatrentnern nichts mehr auszahlen können.