Merkel fordert im Bundestag Islam-Gelehrte zur Klarstellung auf

B.  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Muslime in Deutschland nach den Terroranschlägen von Paris zur eindeutigen Abgrenzung vom Terror im Namen des Islam aufgerufen. Dabei sei vor allem die muslimische Geistlichkeit gefordert, sagte die CDU-Chefin gestern in einer Regierungserklärung im Bundestag. Zugleich nahm Merkel die etwa vier Millionen Muslime hierzulande gegen pauschale Schuldzuweisungen in Schutz. „Jede Ausgrenzung (...), jeder Generalverdacht verbietet sich.“

Ohne die Anti-Islam-Bewegung Pegida, die seit Wochen Zehntausende anzieht, beim Namen zu nennen, betonte Merkel: „Wir alle haben Fremdbilder im Kopf“ – sie setzten sich aus „Erfahrung, Gehörtem, aus ungeprüften eigenen Vorstellungen, auch aus Ängsten“ zusammen. „Bei manchen werden Fremdbilder zu Feindbildern.“

Merkel plädierte für eine Rückkehr zur Vorratsdatenspeicherung und sprach sich dafür aus, die EU-Kommission zur Vorlage einer Richtlinie zu drängen und diese dann in Deutschland umzusetzen. Der Begriff Vorratsdatenspeicherung steht für die systematische Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten der Bürger, die Ermittlern bei der Jagd nach Verbrechern helfen soll. Die SPD lehnt Vorratsdatenspeicherung ab.