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Wahlkampf

Merkel flirtet mit den Gewerkschaften

28.08.2009 | 17:11 Uhr
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften

Berlin. Angela Merkel flirtet gut vier Wochen vor der Wahl mit den Gewerkschaften. Die Kanzlerin lobt ihre gute Vermittlungsarbeit bei der Umsetzung des Konjunkturpakets. Doch die Gewerkschaften reagieren skeptisch auf Merkels Annährungsversuch.

Gut vier Wochen vor der Bundestagswahl sucht Kanzlerin Angela Merkel den Schulterschluss mit den Gewerkschaften und hat sie in höchsten Tönen gelobt. Vor einem Mittagessen mit neun Gewerkschaftschefs am Freitag im Berliner Kanzleramt dankte sie ihnen und sagte: «Sie (die Gewerkschaften) sind ein wesentlicher Teil der Erfolgsgeschichte auch unseres Konjunkturprogamms.» Zur weiteren Bewältigung der Krise setze sie auf Zusammenarbeit. Die Gewerkschaften zeigten sich indes skeptisch.

Merkel sagte, die Arbeit der Gewerkschaften und Betriebsräte habe dazu beigetragen, dass die Instrumente des Konjunkturpakets wie Kurzarbeit, Infrastrukturprogramme und die Stützungsmaßnahmen für die Automobilindustrie angenommen worden seien. Die Aufgabe sei nun, diesen Pfad gemeinsam fortzusetzen, auch mit dem von den Gewerkschaften geforderten Instrument der Mitbestimmung.

Ende der Krise laut Merkel in Sicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt am Freitag im Bundeskanzleramt in Berlin Gewerkschaftsvertreter. Foto: ddp

Angesichts positiver Prognosen warnte Merkel davor, die Wirtschaftskrise als beendet anzusehen. «Die Krise ist auf dem Niveau der Talsohle noch nicht vorbei», sagte sie. Jetzt müsse alles daran gesetzt werden, «dass wir wieder dahin kommen, wo wir vor der Krise waren».

«Die Tatsache, dass wir die Talsohle eventuell erreicht haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies mit Abstand die schwierigste Wirtschaftskrise ist, die die Bundesrepublik Deutschland in 60 Jahren jemals zu überstehen hatte», betonte Merkel. In diesem Jahr sei ein Einbruch von minus fünf bis minus sechs Prozent zu erwarten, bislang sei der größte Einbruch minus 0,9 Prozent gewesen.

Die jüngsten Prognosen von Forschungsinstituten deuten ein Ende der Krise an. So erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für das dritte Quartal ein leichtes Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt werde im Vergleich zum Vorquartal voraussichtlich um 0,8 Prozent steigen, heißt es in dem Konjunkturbarometer der Berliner Forscher. Bereits am Donnerstag hatten Forschungsinstitute und Bankexperten ihre Konjunkturprognosen für 2010 deutlich nach oben korrigiert.

Gewerkschafter reagieren skeptisch

Indes ließen die Gewerkschafter ihr Misstrauen zu Merkel erkennen. DGB-Chef Michael Sommer sagte, er sei irritiert über jüngste Äußerungen, die darauf zielten, Arbeitnehmerrechte wie den Kündigungsschutz infrage zu stellen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Franz-Josef Möllenberg, sagte der «Berliner Zeitung», im Falle von Schwarz-Gelb werde der Druck, etwa beim Kündigungsschutz, zunehmen. «Ich bin skeptisch, ob unter dieser Konstellation Frau Merkel bei ihrer Ankündigung bleibt, den Kündigungsschutz nicht anzutasten.»

Ver.di-Chef Frank Bsirske forderte, die Kanzlerin müsse endlich sagen, wie es mit der Altersteilzeit weitergehe. Eine befristete Verlängerung der bislang Ende des Jahres auslaufenden Regelung sei wegen der Wirtschaftskrise absolut notwendig.

Steinmeier will auch Treffen

Derweil erklärte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann: «Das Verhältnis war schon schlechter in unserer Geschichte», sagte Laumann dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Es gebe eine gegenseitige Achtung.

Die Treffen von Merkel und den Gewerkschaftschefs finden regelmäßig statt. Zuletzt sah man sich Anfang Juni. Laut «Berliner Zeitung» will auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier die Gewerkschafts-Chefs treffen: am kommenden Dienstag im Auswärtigen Amt. (ap)

DerWesten

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Kommentare
29.08.2009
15:27
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von rote zora | #14

Die Beliebigkeitskanzlerin in ihrer Rolle als Wölfin im Schafspelz hat wohl kiloweise Kreide gefressen... ! Da hilft nur Wegwählen !!!!!

29.08.2009
13:43
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von loke | #13

Wie Merkel,das Wort,Gewerkschaften,ausgesprochen ,hat sie sich,dreimal,auf die Zunge gebissen.

29.08.2009
12:17
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von kuba4711 | #12

Die uckermärkische ,politische Offenbarung Kanzlerpräsident Merkel labert einen derartigen Mist daher ,dass sämtliche Gehirnzellen -falls vorhanden - anfangen zu eiern.

28.08.2009
21:15
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.08.2009
20:09
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von supply | #10

Der Gipfel...Merkel will Arbeitgebern Zuschüsse Zahlen wenn sie Berufsanfänger einstellen...für älter Arbeitnehmer, für Langzeitarbeitslose....wann hört die verlogene Geschenkeverteilerei endlich auf...und ist das mit Bundeskanzler Ackermann abgestimmt?

28.08.2009
19:33
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von immergesehen | #9

Die Schwarzen werden nervös! Thüringen und das Saarland werden fallen! Aussitzen darf nicht belohnt werden.

28.08.2009
19:18
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von immerNett | #8

Das Flirten soll sie sich sparen die Gewerkschaftsfuzzis merken ohnehin nichts.

28.08.2009
16:37
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von hylby | #7

HOFFENTLICH BEKOMMT SIE JETZT KEINEN AERGER MIT DEN HERREN WESTERWELLE UND HUNDT

28.08.2009
16:25
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von stummer_hilfeschrei | #6

dazu passt der allemal gut bekannte witz

Ein Passant ist gestolpert und auf den Rücken gefallen. Angela Merkel kommt zufällig vorbei, hilft dem Ärmsten auf die Beine und scherzt: “Dafür müssen Sie aber bei der nächsten Wahl die CDU wählen!” “Aber Frau Merkel”, meint der Passant, “ich bin auf den Rücken und nicht auf den Kopf gefallen!”

in diesem sinne, ein schönes we, mag zumindest hier in bottrop die einsicht der sozialen gerechtigkeit am wahlsonntag siegen;)

28.08.2009
16:23
Merkel flirtet mit den Gewerkschaften
von B. Schmitz | #5

Anschleimen hat sie ja gelernt. Hoffetlich rutscht sie auf ihrer Schleimspur nicht aus. Wer Verstand hat, läßt sich aber nicht beeinflussen.

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