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Truppenbesuch

Merkel bricht vorzeitig Afghanistan-Aufenthalt ab

07.04.2009 | 14:27 Uhr

Berlin. Ihren Besuch in Afghanistan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorzeitig abgebrochen. Als Grund nannte ein Regierungssprecher schlechtes Wetter. Kurz nach Merkels Besuch im Kundus wurden auf das deutsche Lager zwei Raketen abgefeuert. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste ihren Besuch in Afghanistan vorzeitig abbrechen. Wie ein Regierungssprecher am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, konnte Merkel nicht wie geplant den Bundeswehrstandort Faisabad im Norden des Landes besuchen, weil es die Wetterlage nicht zuließ. Merkel befindet sich demnach auf dem Weg nach Deutschland.

Am Montag war Merkel zusammen mit Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) unangekündigt in Afghanistan eingetroffen. Sie besuchte die Bundeswehr-Stützpunkte Kundus und Masar-i-Scharif im Norden des Landes.

Raketen auf deutsches Lager abgefeuert

Ihren Besuch in Afghanistan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorzeitig abgebrochen. Foto: ap

Bei ihrem Truppenbesuch in Afghanistan hat sich Bundeskanzlerin Merkel für eine starke Bundeswehrpräsenz am Hindukusch ausgesprochen.  Auf das deutsche Feldlager in Kundus wurden kurz nach Merkels Aufenthalt zwei Raketen abgefeuert, ohne dass jemand zu Schaden kam.

Die zwei auf das Lager abgefeuerten Geschosse schlugen laut Einsatzführungskommando außerhalb des Geländes ein. Bei dem Angriff, zu dem sich die islamistischen Taliban bekannten, sei niemand verletzt worden und auch kein Sachschaden entstanden. Taliban-Angaben, der Angriff habe Merkel gegolten, wurden von Bundeswehrseite in Masar-i-Scharif als «Blödsinn» bezeichnet. Der Hubschrauber der Kanzlerin sei lange in der Luft gewesen, als die Raketen eingeschlagen seien.

Beim Besuch des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) der Bundeswehr in Kundus informierte sich Merkel über die dortige Sicherheitslage. Anschließend suchte sie den Ehrenhain auf, der an acht beim Einsatz in Kundus getötete deutsche Soldaten erinnert. Merkel sagte, dass die Bundeswehr auch im Norden Afghanistans eine gefährliche Mission erfülle. Nato-Partner werfen Deutschland immer wieder vor, dass es keine Soldaten in den besonders umkämpften Süden schickt.

Merkel informierte sich bei ihrem Besuch auch über die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen. Sie besuchte auch verwundete afghanische Polizisten, die in Kundus in einem Bundeswehr-Lazarett behandelt werden, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam mitteilte. «Es gibt Hoffnung», urteilte Merkel nach dem Besuch des Feldlagers. Die Sicherheitslage im Land müsse jedoch weiter verbessert werden, insbesondere durch den Aufbau des afghanischen Sicherheitsapparats.

Die Bundeswehr ist mit 3500 Soldaten an der internationalen Afghanistan-Truppe ISAF beteiligt. Der Bundestag stimmte im vergangenen Jahr für eine Aufstockung des Kontingents auf bis zu 4500 Soldaten. Jung hatte erst Anfang März den deutschen Soldaten in Afghanistan einen Besuch abgestattet, Merkel war im November 2007 zum ersten Mal ins Land gereist. (afp)

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DerWesten

Kommentare
08.04.2009
00:09
Merkel bricht vorzeitig Afghanistan-Aufenthalt ab
von immerNett. | #16

@ 12

Warum nur UM die Ohren?
Da zwischen wäre doch auch ok, oder?

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