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Euro-Krise

Merkel beklagt "Schneckentempo" der Reformen in Griechenland

18.10.2012 | 09:50 Uhr
Nach ihrem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras beklagt Bundeskanzlerin Angela Merkel das "Schneckentempo" in Griechenland.Foto: AP

Berlin.  Unmittelbar vor dem EU-Gipfel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert, die Reformen in Griechenland würden zu langsam vorankommen. Zugleich betonte sie, dass Griechenland in der Euro-Zone verbleiben solle. Dabei betrachtete Merkel auch die Interessen der Europäischen Union.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Griechenland Versäumnisse bei den versprochenen Reformen vorgeworfen. "Die Lage in Griechenland ist alles andere als einfach", sagte sie am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag.

Vieles gehe zu langsam voran, strukturelle Reformen liefen "oft nur im Schneckentempo" ab. Außerdem arbeite die Verwaltung "an vielen Stellen unzureichend".

Merkel hat in Griechenland Willen zur Veränderung bemerkt

Merkel betonte, sie könne den Unmut vieler Griechen darüber verstehen, dass wohlhabende Mitbürger sich der Mitwirkung an der Bewältigung der Krise entzögen. Deshalb täten sich viele Griechen so schwer damit, einzusehen, dass die Probleme ihres Landes in erster Linie "zu Hause" entstanden und nur dort lösbar seien, sagte Merkel. Sie habe aber in der Regierung in Athen und in der Gesellschaft auch einen großen Willen zur Veränderung bemerkt.

Griechenland
Gewaltsame Ausschreitungen bei Protesten

Nachdem Teilnehmer einer Kundgebung gegen das griechische Sparprogramm die Polizei mit Steinen und Brandsätzen beworfen hatten, ist es in Athen am Donnerstag zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein und sperrte Teile des Parlamentsvorplatzes ab.

Zugleich sprach Merkel sich erneut für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone aus. "Ich wünsche mir, dass Griechenland m Euro-Raum bleibt", sagte die Kanzlerin. Sie wolle dem Bericht der Troika-Experten nicht vorgreifen, aber dies sei die Haltung, mit der sie zum EU-Gipfel nach Brüssel reise.

Griechenland soll laut Merkel in der Euro-Zone bleiben

Ein Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone sei nicht nur im Interesse des Landes selbst, sondern auch der Euro-Zone und der EU als Ganzes. Merkel betonte aber auch: "Griechenland muss die verabredeten Maßnahmen einhalten."

Zur Lage in Spanien sagte sie, es sei alleine Sache der Spanier, darüber zu entscheiden, ob sie über die bereits beantragten Hilfen zur Bankenstabilisierung weitere Hilfe des Euro-Rettungsschirms ESM benötigten.

Video
Berlin, 11.10.12: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag ausweichend auf die Forderung von IWF-Chefin Christine Lagarde reagiert, Griechenland mehr Zeit für Reformen zu geben. Sie verwies erneut auf den ausstehenden Troika-Bericht.

Der zweitägige EU-Gipfel befasst sich vor allem mit der Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion und einer verbesserten Bankenaufsicht. Griechenland steht nicht auf der offiziellen Tagesordnung.(dapd)


Kommentare
18.10.2012
19:20
Merkel beklagt
von kuba4711 | #8

Madame Kanzler geht es offenbar nicht schnell genug mit dem Niedergang in Griechenland.
Natürlich sind viele Probleme in Griechenland in dem sehr schwachen Staat und dessen maroden Strukturen ,insbesondere seiner Steuerverwaltung , zu suchen.
Hauptproblem für Griechenland ist aber die deutsche Kanzlerin mit ihrer falschen Fiskal - bzw. politisch -ökonomisch dummen Schuldenbremse zu suchen.
Hauptproblem für die deutsche Bevölkerung ist aber auch die tatsache ,dass die falsche Merkel -Politik nicht an den Grenzemn unseres Landes halt machen wird :
Nicht nur wegen des bis jetzt schon bei uns stattgefundenen Sozialdumpings seit der Ära des Ex -Kanzlers Schröder.

18.10.2012
14:22
Merkel beklagt
von B.Schmitz | #7

Warum beklagt Merkel sich denn? Die Griechen wissen doch ganz genau das sie Geld bekommen ob sie etwas unternehmen oder nicht. Griechenland war und ist ein Faß ohne Boden. Jeder weiß es nur die super schlauen Politiker nicht.
Merkel schafft es, dass wir Deutschen uns bald in keinem anderen Land mehr sehen lassen können. Merkel hat wohl immer noch nicht begriffen, dass wir hier nicht in der DDR sind. Warum geht es Merkel zu langsam? Sie sitzt doch ihre Probleme immer wunderbar aus und verschwindet in der Versenkung.

18.10.2012
13:17
Schneckentempo
von kritischerzausel | #6

"Sagt ein Esel zu einem anderen Esel : hast Du aber lange Ohren "
Für mich ist Frau Merkel die " Schnecke " - siehe Veränderungen in
unserem Land !
Wäre Herr Steinbrück ein richtiger Sozialdemokrat wäre der Spuk mit dieser
Dame schon längst zu Ende.
Die Rothschilds scharren schon mit den Hufen .......

18.10.2012
12:35
Merkel beklagt
von meinemeinungdazu | #5

Haben die Griechen eigentlich Merkel gewählt??? So langsam geht es an die Ehre der Griechen. Nur mit Sparen wird man nie wieder Anschluss finden. Ein großes, kontrolliertes Investitions- und Wachstumsprogramm muss her. Das haben Merkel und Schäuble nie begriffen.

18.10.2012
11:34
Merkel beklagt Schneckentempo
von holmark | #4

Na aber Frau Merkel, ein bischen werden die Rothschilds dieser Welt doch wohl warten können...

18.10.2012
11:14
Merkel
von donfernando | #3

Frau Merkel mag also keine Schnecken, während Herr Schäuble ihnen gerade eben noch so was wie einen Heiratsantrag gemacht hat. Wie oft am Tag ändern eigentlich unsere Politiker ihre nicht vorhandene gemeinsame Linie? Langsam kommen sie mir vor wie Irrlichter, die dem Steuerzahler den Weg in die Hölle weisen.

18.10.2012
10:47
Schneckentempo
von ruhry | #2

"Vieles gehe zu langsam voran, strukturelle Reformen liefen "oft nur im Schneckentempo" ab. Außerdem arbeite die Verwaltung "an vielen Stellen unzureichend".

Diese "mediterrane Erkenntnis" die bereits bei Eintritt Griechenlands in den Euro bekannt war, aber von unseren "Eurokraten - allen voran der dicke Kohl" ignoriert wurde, hätte uns einige Milliarden sparen können.

1 Antwort
Merkel beklagt
von meinemeinungdazu | #2-1

Sie haben absolut recht. Allerdings trifft der erste Absatz "Vieles gehe zu langsam voran ..." auch auf Deutschland zu, und da hat Merkel die Verantwortung. Energiewende, EEG-Gesetz, Altersarmut, Kostenexplosionen, Niedriglöhne sind nur ein paar Beispiele.

18.10.2012
10:12
Chefsessel
von wohlzufrieden | #1

Wieso, von aus-sitzen versteht sie doch was...

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