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Familie und Beruf

Mehr Kitas statt Großelternzeit - ein Kommentar

27.09.2012 | 10:32 Uhr
Mehr Kitas statt Großelternzeit - ein Kommentar
Familienministerin Kristina Schröder plant Großelternzeit.Foto: dapd

Essen.   Geht es nach der Bundesregierung, dürfen Großeltern künftig noch mal eine Auszeit aus dem Beruf nehmen, wenn sie ihre Enkel hüten wollen. Dabei gibt es bei der Familienpolitik ganz andere Baustellen. Ein Kommentar

Das ist sie also, die viel gerühmte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für die sich das Familienministerium so vehement einsetzt: Junge Frauen, die gerade im Beruf Fuß gefasst haben, sagen erst einmal ihren Kollegen und dem Arbeitgeber auf Wiedersehen. Ein Jahr gibt es noch Elterngeld als Lohnersatz, dann beginnt der Ansturm auf die Kitaplätze für Kleinkinder. Wer leer ausgeht, kann sich künftig wohl mit dem Betreuungs-Taschengeld von 150 Euro noch ein wenig über Wasser halten. Und wenn dann das zweite Kind kommt, geht alles wieder von vorn los.

Ist nach sechs Jahren Familienpause dann die heiße Familienphase zu Ende, der alte Job noch warmgehalten oder ein neuer gefunden, beginnt für die älter gewordene Mutter – oft geht sie bereits auf die 40 zu – der Spagat zwischen den halbherzigen Betreuungsmodellen für Schulkinder („offener Ganztag“) und den immer noch unflexiblen Betrieben.

Die Kinder werden älter, die eigenen Eltern aber auch. Wenn sich alles eingependelt zwischen Vater, Mutter, Kindern und Arbeitgebern, dann droht die Pflegebedüftigkeit von Oma und Opa. Auch für diesen Fall hat Kristina Schröder die Lösung, die wieder einmal lautet: Söhne und Töchter können einige Jahre im Beruf kürzer treten mit der Pflegezeit.

Kein Anreiz, Frauen zu fördern

Diese Phase ist erst mit dem Tod der eigenen Eltern beendet. Inzwischen sind die Kinder erwachsen, doch von ein paar Jahren Ruhe im Job bis zur Rente kann wieder keine Rede sein. Die Enkel sind da und brauchen Betreuung! Wie gut, dass es die Oma gibt, die sich mal wieder vom Arbeitgeber freistellen lässt.

Welche Erwerbsbiografie wird da eigentlich gefördert? Wie sollen Frauen im Beruf richtig Fuß fassen, wenn sie sich immer wieder davon verabschieden? Aus Sicht der Arbeitgeber ist wahrlich kein Anreiz, Frauen zu fördern.

Was Familien brauchen, ist ein verlässliches, hochwertiges Betreuungssystem von Kindern und auch pflegebedürftigen Alten, das im Familienalltag Luft zum Durchatmen lässt. Wenn dann noch der Arbeitgeber mitmacht bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, dann ist wirklich ein Fortschritt erreicht.

Birgitta Stauber-Klein


Kommentare
27.09.2012
22:10
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von bladimeri | #7

Früher war das kein Thema, da lebten aber auch 3 Generationen zusammen. Da hatten die Kinder immer Jemanden zu dem sie gehen konnten. Das ist vorbei, seit die Regierung die Wohnungsbauförderung abgeschafft hat. Jeder kann nur noch für sich bauen und sei es nur eine Eigentumswohnung. Da wohnen die Großeltern schon mal 20 km entfernt, dann wird die Sache wirklich zur Belastung für beide Seiten.
Ich finde, Frau Schröder könnte auch mal eine Auszeit gebrauchen. Kann ihr nicht irgend jemand mal ein Kind machen? Wäre der einfachste Weg die "Frau" einfach mal eine zeitlang los zu werden....?!

27.09.2012
16:40
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von aufkoks | #6

die dame ist offensichtlich etwas neben der spur. und an guntram. wenn oma und opa dann ausgelaugt und nicht mehr nützlich sind landen sie im altenheim und die kinder und enkel werden sie mit sicherheit micht pflegen.
p.s. schaut mal nach essen werden, das ganze kaff ist ein altenheim und damit ist viel kohle zumachen. hier laden dann oma und opa wenn sie nicht mehr können.

1 Antwort
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von Broncezeit | #6-1

Ist Essen rot?

27.09.2012
16:34
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von aufkoks | #5

mal ersthaft, die dame ist offensichtlich neben der spur. und an guntram, wenn oma und opa dann ausgelaugt sind, ab ins altenheim denn die kinder und enkel pflegen sie dann mit sicherheit nicht.
p.s. schau mal nach essen werden das ganze kaff ist ein altenheim. mit diesen altenheimen lässt sich ne menge kohle machen. da landen oma und opa wenn sie nicht nützlich sind.

27.09.2012
16:24
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von Guntram | #4

Das Problem dürften die Großeltern selbst sein. Früher nahmen sie ihre Aufgabe als dritte Generation in einem zusammenhängenden Familienverbund wahr. Waren die Eltern auf dem Feld oder in der Fabrik, kümmerten sich die Großeltern. Es gab keine "Auszeit". Heute sehnen sich die Senioren nach ihrer Rente oder Pension und sind von da ab nicht mehr zu sehen. Arztbesucht, Kegelausflug, Reise hierhin, Reise dahin... Da käme so ein Kind, auch wenn es das eigene Enkelkind ist, ziemlich ungelegen. Als Antwort hört man dann nur, man hätte sich das nach dem schweren Arbeitsleben nunmal verdient. Klare Antwort: Nein! Das ist ein Luxus, den sich diese Menschen herausnehmen, auf Kosten der eigenen Kinder, die nun nicht mehr entlastet werden. Pech für die Kreuzfahrtveranstalter. Denn Oma und Ope werden zuhause gebraucht. Die familiären Pflichten sind eben nicht vorbei, wenn die eigenen Kinder aus dem Haus sind!

27.09.2012
13:59
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von doddl2 | #3

Dieser Kommentar macht einfach nur sprachlos, verehrte Frau Stauber-Klein.

Es gab mal ein "verlässliches, hochwertiges Betreuungssystem von Kindern und auch pflegebedürftigen Alten" und das nannte sich "Familie". Es mag ja sein, dass Sie einer Generation angehören, die diesen Begriff nicht mehr kennt - das ändert aber nichts an der Tatsache, dass uns dieses System an allen Ecken und Enden fehlt!

Ich habe nichts gegen Frauen, die sich selbst verwirklichen wollen - ganz im Gegenteil. Wenn das aber bedeutet, dass meine Kinder von Fremden erzogen und meine Eltern von Fremden gefüttert werden, nur damit frau die Karriereleiter erklimmen kann, ist das nicht mehr mein Weltbild.

1 Antwort
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von Broncezeit | #3-1

sehr gut!

27.09.2012
13:40
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von Alter-MAnn59 | #2

Familienministerin Kristina Schröder plant Großelternzeit.
Paßt.
Die Frau sieht auch ganz schön alt aus - siehe Foto.
Und was kommt da schon her? Nur heiße Luft.

27.09.2012
13:34
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von wohlzufrieden | #1

Was kommt nach der Großelternzeit? Die Onkel und Tanten-Zeit, danach die Großonkel und Großtanten -Zeit, danach die Nachbarschafts-Zeit und vielleicht noch die Nichte in den USA lebend- Zeit?

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