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Medienprojekt widmet sich Rechtsradikalismus in Norddeutschland

12.08.2012 | 10:42 Uhr
Foto: /ddp/Peter Roggenthin

Der NDR und Radio Bremen wollen mit dem Medienprojekt "Der Norden schaut hin" die rechtsradikale Szene in Norddeutschland dokumentieren. "Es gibt im Norden einige Landstriche, die von den Rechten organisiert werden - bis hin zur Kindererziehung, Alltagshilfen in sogenannten Bürgerbüros oder eigenen Medien", sagte Kuno Haberbusch, der das Projekt initiiert hat.

Hamburg (dapd-nrd). Der NDR und Radio Bremen wollen mit dem Medienprojekt "Der Norden schaut hin" die rechtsradikale Szene in Norddeutschland dokumentieren. "Es gibt im Norden einige Landstriche, die von den Rechten organisiert werden - bis hin zur Kindererziehung, Alltagshilfen in sogenannten Bürgerbüros oder eigenen Medien", sagte Kuno Haberbusch, der das Projekt initiiert hat. Der 57-jährige Journalist war früher Leiter der Redaktionen des Politmagazins "Panorama" und des Medienmagazins "Zapp". Jetzt ist er Redakteur im NDR-Programmbereich "Kultur und Dokumentation".

"Journalisten neigen leider dazu, erst einzusteigen, wenn es spektakulär wird - wie bei der NSU-Mordserie", sagte er. Mit dem Projekt soll abseits der Aktualität der Alltag in den Regionen gezeigt werden, in denen Rechtsradikalismus stark verwurzelt ist. Es gehe um Netzwerke, Täter, Opfer und Unterstützer der Rechten. "Aber auch und vor allem wollen wir das Engagement von Bürgern gegen die Rechten zeigen."

"Der Norden schaut hin" ist ein Gemeinschaftsprojekt vieler Redaktionen des NDR und Radio Bremen. Es produziert und sammelt in den nächsten Monaten Online-, Fernseh- und Radiobeiträge auf den Internetseiten der beiden Medienhäuser. Im Zentrum stehen Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg. Die nächsten Beiträge laufen am Montag (13. August). Radio Bremen TV zeigt um 19.30 Uhr einen Film über die Bremer Rechtsrock-Band "Kategorie C" und der NDR um 21.00 Uhr eine Dokumentation über den fremdenfeindlichen Angriff auf ein Asylbewerberheim in Rostock 1992.

Ein besonderes Problem mit Rechtsradikalen habe Mecklenburg-Vorpommern, wo die rechtsradikale NPD im Landtag sitzt, sagt Haberbusch. "Die demokratischen Parteien haben sich an einzelnen Orten teilweise völlig zurückgezogen und den Neonazis das Feld überlassen."

Doch auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind Rechtsradikale aktiv. "Nur wird darüber bundesweit nicht so ausgiebig berichtet wie über Mecklenburg-Vorpommern. Deswegen kann der - falsche - Eindruck entstehen, dass es hier keine Probleme gibt. Auch Hamburg und Bremen sind nicht frei von Nazis."

dapd

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