Masern: Kinderärzte fordern Impfpflicht

Dortmund/Berlin..  Kinderärzte werfen der Bundesregierung vor, die falschen Lehren aus den jüngsten Masernausbrüchen zu ziehen: Eine bundesweite Impfpflicht als Schutz vor Masernausbrüchen ist wieder vom Tisch – Union und SPD setzen stattdessen auf Beratung und neue Regeln für den Ernstfall. „Wir glauben nicht, dass damit ein neuer Masernausbruch verhindert werden kann“, sagte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, dieser Zeitung.

Die Kinderärzte fordern seit langem eine Impfpflicht für Kinder, Jugendliche und alle Erwachsenen, die Kinder in Kitas, Schulen oder Vereinen betreuen oder im Gesundheitswesen arbeiten.

Die Koalition hat sich dagegen darauf geeinigt, die Impfquote durch eine Beratungspflicht zu erhöhen: Eltern, die ihr Kind in die Kita geben wollen, sollen künftig nachweisen, dass sie eine ärztliche Impfberatung bekommen haben. Der Bundestag soll am Donnerstag über die neuen Regeln entscheiden. Kinder ohne Impfschutz könnten demnach künftig von Kitas, Schulen und anderen Gemeinschaftsunterkünften ausgeschlossen werden, wenn dort die Masern ausbrechen.