Marine sucht nach Flüchtlingsbooten

Bangkok..  Für Tausende in Südostasien auf hoher See vermutete Flüchtlinge naht Rettung: Marineschiffe aus Malaysia und Indonesien suchen seit gestern aktiv nach den überfüllten Flüchtlingsbooten, um die Menschen zu retten. „Ich habe Such- und Rettungsmissionen angeordnet. Wir müssen Todesfälle verhindern“, twitterte Malaysias Regierungschef Najib Razak. „Bislang haben unsere Schiffe nach meinen Informationen aber noch keine Boote gesichtet“, sagte ein ranghoher Vertreter der malaysischen Marine am Mittag.

Auch Indonesien hat Schiffe mobilisiert, um nach Flüchtlingen zu suchen. Derweil ist Myanmar nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Flüchtlingshilfe bereit.

Nach erstem Widerstand will Myanmar nun doch an der internationalen Flüchtlingskonferenz am 29. Mai in Thailand teilnehmen. Es gebe aber zwei Bedingungen, sagte ein hoher Beamter des Außenministeriums. So dürfe Myanmar nicht für das Flüchtlingsdrama verantwortlich gemacht werden, und die Flüchtlinge dürften nicht als „Rohingya“ bezeichnet werden. Die Regierung der einstigen Militärdiktatur bezeichnet die Menschen als „Bengalen“, illegale Migranten aus dem Nachbarland Bangladesch. Dabei sind viele Familien mehr als 150 Jahre im heutigen Myanmar ansässig.

Myanmar sei bereit, Flüchtlinge zurückzunehmen, sagte der Beamte, „wenn sie beweisen können, dass sie zu unserem Land gehören.“ Das ist aber der Knackpunkt: Laut Gesetz können Rohingya nur Bürgerrechte bekommen, wenn sie oder ihre Vorfahren vor 1948 Anträge auf Staatsbürgerschaft bestellt haben. Das ist bei den meisten nicht der Fall, sagen Menschenrechtler.

Bangladesch will ebenfalls seine auf überfüllten Booten gen Südostasien geflohenen Landsleute zurückholen, sobald die Nationalität festgestellt sei, sagte Innenstaatsminister Asaduzzaman Khan gestern in Dhaka.

Menschenrechtler vermuten noch Tausende Flüchtlinge auf hoher See. Mehr als 2000 sind in den vergangenen zwei Wochen in Malaysia und Indonesien an Land gekommen. Es handelt sich überwiegend um muslimische Rohingya, die in ihrer Heimat Myanmar verfolgt werden. Die völlig überfüllten Boote treiben teils seit mehr als drei Monaten im Meer. Überlebende berichten von Horrorzuständen an Bord.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE