Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Mali

Malische und französische Truppen rücken in zwei weitere Städte ein

21.01.2013 | 17:43 Uhr
Malische und französische Truppen rücken in zwei weitere Städte ein
Malische und französische Truppen haben die vor einer Woche von Islamisten eroberte Stadt Diabali wieder eingenommen

Bamako.  Nach mehrtägigen Luftangriffen haben Frankreichs Streitkräfte die strategisch wichtige Ortschaft Diabaly den Händen der islamistischen Rebellen in Mali entrissen. Die Truppen eroberten Diabaly am Montag und patrouillieren nun mit gepanzerten Fahrzeugen in den Straßen

Eine Woche nach ihrer Eroberung durch Islamisten haben malische und französische Truppen die Stadt Diabali im Westen Malis wieder eingenommen. Eine Fahrzeugkolonne mit 200 Soldaten stieß auf keinen Widerstand und wurde bei ihrer Ankunft am Montagmorgen von den Einwohnern begrüßt, berichtete ein AFP-Reporter. Auch im Osten Malis rückte die französische Armee weiter nach Norden vor und übernahm die Kontrolle über den Ort Douentza.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian erklärte in Paris, die Rückeroberung der beiden Städte durch „malische Truppen unterstützt von französischen Soldaten“ sei ein „sicherer militärischer Erfolg“. Beim Einrücken des Konvois in Diabali applaudierten die Einwohner. Viele machten Fotos und riefen „Vive la France“. Einige berichteten über zurückgelassene Munition. Auch die französischen Truppen warnten vor versteckten Minen.

Truppen rückten auch auch in Douentza ein

Die Islamisten hatten die Stadt nahe der mauretanischen Grenze vor einer Woche eingenommen. Am Freitag waren sie nach französischen Luftangriffen jedoch geflohen. Die Franzosen wollten die Verantwortung in Diabali noch am Montag an die malische Armee übergeben. Am Montag rückten ihre Truppen auch in Douentza ein. Die Stadt liegt rund hundert Kilometer von Konna an der Straße nach Gao und Kidal, die noch von islamistische Milizen gehalten werden.

Die Islamisten, die seit April den Norden des Landes kontrollierten, hatten am 10. Januar überraschend Konna eingenommen. Aus Sorge vor einem weiteren Vorrücken nach Süden startete Paris daraufhin eine Militärintervention. Bis Montag waren 2150 französische Soldaten vor Ort. Der westafrikanische Staatenbund ECOWAS und der Tschad wollen zusätzlich 5800 Soldaten schicken, doch trafen bisher nur gut 150 in Bamako ein.

EU kündigt für 5. Februar Unterstützer-Konferenz für Mali an

Die Europäische Union kündigte für den 5. Februar eine Unterstützer-Konferenz für Mali in Brüssel an. Das Treffen soll gemeinsam mit der ECOWAS, der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen organisiert werden. In Brüssel nahm eine Organisationszentrale die Arbeit auf, die die internationalen Angebote zur logistischen Unterstützung der ECOWAS-Eingreiftruppe sammeln und koordinieren soll.

Algeriens Informationsminister Mohamed Said sagte, sein Land habe noch nicht entschieden, ob es französischen Flugzeugen uneingeschränkte Überflugrechte über sein Territorium einräumen werde. Die Frage werde „abhängig von den obersten Interessen Algeriens“ entschieden. Islamistische Kämpfer hatten vergangene Woche auf einem Gasfeld hunderte Geiseln genommen, um ein Ende des Militäreinsatzes in Mali zu erzwingen. Am Samstag beendete die algerische Armee die Geiselnahme. Insgesamt starben dabei laut der Regierung in Algier 37 ausländische Geiseln und 29 Angreifer. (afp)


Kommentare
21.01.2013
22:36
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Was für ein geistloser Kommentar
von cui.bono | #1-1

Sie lesen vemrutlich jeden Tag noch ein paar Landser Heftchen!

Aus dem Ressort
Mundlos und Böhnhardt waren "Typen wie aus einem Kriegsfilm"
NSU-Prozess
Die frühere Rechtsextremistin Jana J. hat im NSU-Prozess die Jenaer Szene in den 1990er Jahren beschrieben. Das Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt bezeichnete sie als "verschworene Gemeinschaft". Die Zeugin ist die frühere Freundin des mutmaßlichen NSU-Unterstützers André K.
Ukrainische Regierung verliert Kontrolle über den Osten
Separatisten
Die ukrainische Regierung in Kiew droht die Kontrolle über den Osten des Landes zu verlieren. In der Stadt Slawjansk sind sechs Panzer mit russischen Fahnen eingefahren — Separatisten haben das Rathaus von Donezk besetzt. Russlands Präsident Putin sieht das Land am Rande des Bürgerkriegs.
Ex-Minister Deubel wegen Untreue zu Haftstrafe verurteilt
Nürburgring-Prozess
Im Nürburgring-Prozess hat das Landgericht Koblenz den ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.
Kein Grundrecht auf Ethikunterricht in der Grundschule
Unterricht
Konfessionslose Grundschüler haben kein Grundrecht auf Ethik-Unterricht in der Schule. Eine Mutter aus Freiburg hatte die Teilnahme gerichtlich durchsetzen wollen und berief sich auf das Grundgesetz. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Klage ab — aber geschlagen geben will sie sich nicht.
USA weisen Irans UN-Botschafter wegen Geiselnahme 1979 ab
Diplomatenstreit
Das US-Außenministerium hat die Ablehnung eines Einreisevisums für Irans UN-Botschafter Hamid Abutalebi erstmals offiziell begründet. Demnach werfen die USA Abutalebi vor, an der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 durch islamisch-fundamentalistische Studenten beteiligt gewesen zu sein.
Umfrage
Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?