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Mächtiges Pakistan

16.02.2010 | 19:53 Uhr

In der undurchsichtigen Welt des Kriegs am Hindukusch scheint alles möglich, sogar ein Wunder.

Denn darum handelt es sich bei der Gefangennahme von Mullah Baradar, der Nummer zwei der afghanischen Talibanbewegung, in der pakistanischen Hafenstadt Karachi. Seit langem sind alle Konfliktparteien, die sich blutige Schlachten liefern, über geheime Kanäle miteinander im Kontakt. Vor allem Pakistan wusste und weiß mehr als viele andere Staaten.

Wie viel, das demonstrierte Islamabad mit dem „Aufspüren“ eines der wichtigsten Anführer der Taliban. Das Land, das seit zwei Jahren als „Teil des Problems beim Konflikt am Hindukusch“ behandelt wird, zeigt plötzlich, dass es auch Teil der Lösung sein kann – solange es Vorteile bringt.

Für den Sinneswandel sind teilweise die pakistanischen Taliban verantwortlich, die mit ihrem Terror das Land in eine Krise gezwungen haben. Aber Islamabad beharrt auch darauf, dass in Afghanistan die eigenen Interessen berücksichtigt werden. Wenn diese Bedingung erfüllt wird, das belegt die Verhaftung von Mullah Baradar, ist Pakistan bereit zu helfen. Sollte aber Indiens Position am Hindukusch zu stark werden, können die Generäle auch jede Einigung sabotieren.

Willi Germund

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