Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Wahl

Machtwechsel in Mexiko - Nieto siegt bei Präsidentenwahl

02.07.2012 | 07:12 Uhr
Enrique Pena Nieto mit seiner Frau Angelica Rivera und seinen Töchtern.Foto: rtr

Mexiko-Stadt.   Mexikos einstige Staatspartei PRI hat die Präsidentenwahl gewonnen. Spitzenkandidat Enrique Peña Nieto kam auf fast 38 Prozent der Stimmen. Mit Nieto hat Mexiko nun einen Präsidenten mit Promi-Qualitäten.

Der 45-jährige Anwalt Enrique Peña Nieto ist als Sieger aus der Präsidentenwahl in Mexiko hervorgegangen. Laut den ersten amtlichen Auszählungsergebnissen aus der Nacht zum Montag erhielt Peña Nieto bei der Direktwahl des Präsidenten 37,93 Prozent der Stimmen. Er lag damit uneinholbar vor den Zweit- und Drittplatzierten, Andrés Manuel López Obrador und Josefina Vázquez Mota.

Der Wahlerfolg Peña Nietos bringt die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI), die das Land 71 Jahre lang von 1929 bis 2000 autoritär regierte, nach zwölf Jahren wieder an die Macht. Der Wahlerfolg sei „unumkehrbar“, sagte PRI-Chef Pedro Joaquín Coldwell noch vor der Bekanntgabe der ersten offiziellen Ergebnisse. Er forderte insbesondere die Vertreter der linksbürgerlichen Partei der Demokratischen Revolution (PRD) von López Obrador auf, ihre Niederlage anzuerkennen.

Glamour-Kandidat

Peña Nieto setzte sich Anfang dieses Jahres ohne interne Rivalen als PRI-Spitzenkandidat durch. Er wirkt auf viele Mexikaner wie ein Star aus einer der beliebten TV-Unterhaltungsserien, die als Telenovelas bekannt sind. Nachdem seine erste Frau Monica Petrelini, 2007 an einem epileptischen Anfall gestorben war, heiratete er 2010 die Telenovela-Schauspielerin Angelica Rivera. Begleitet von Rivera und seinen sechs Kindern gab Peña Nieto am Sonntag in Atlacomulco, nordwestlich von Mexiko-Stadt, seine Stimme ab.

Video
Mexiko-Stadt, 02.07.12: Nach der Präsidentenwahl in Mexiko liegt der Kandidat der früheren Staatspartei PRI, Enrique Peña Nieto, nach Angaben der Wahlbehörde uneinholbar in Führung. Amtsinhaber Felipe Calderón gratulierte Peña Nieto bereits zum Sieg.

López Obrador wurde von der PRD aufgestellt. Er kam nach Informationen diverser Sender auf einen Anteil von 31 Prozent der Stimmen. 2006 hatte López Obrador seine äußerst knappe Niederlage gegen den Kandidaten der konservativen Partei der Nationalen Aktion (PAN), Felipe Calderón, nicht anerkannt. Dieser stürzte die Sicherheitskräfte in einen blutigen Kampf gegen die Drogenkartelle, bei dem seither mehr als 50.000 Menschen getötet wurden.

Regierungsbilanz Calderóns

Die Regierungsbilanz Calderóns, der laut der mexikanischen Verfassung nicht wieder kandidieren durfte, fällt aus Sicht der Bevölkerung weitgehend negativ aus. 47 Prozent der Mexikaner sind als arm eingestuft - 15 Millionen mehr als seit der Abwahl der PRI im Jahr 2000. Auf die Kandidatin von Calderóns PRD, Josefina Vázquez Mota, entfielen den ersten Hochrechnungen zufolge nur rund 23 Prozent der Stimmen. Vázquez Mota erkannte ihre Niederlage an.

Fast 80 Millionen Mexikaner waren am Sonntag auch aufgerufen, die 500 Abgeordneten und 128 Senatoren zu bestimmen. Die PRI, die bereits in 20 der 31 Bundesstaaten regiert, galt auch bei diesen Wahlgängen als haushoher Favorit. Der Vorsitzende der Wahlbehörde IFE, Leonardo Valdés, sagte in der Nacht zum Montag, es habe nur einige „kleinere Zwischenfälle“ gegeben, die keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen hätten. (afp)

 



Kommentare
02.07.2012
17:50
Machtwechsel in Mexiko - Nieto siegt bei Präsidentenwahl
von gatagorda | #1

Und das ist gut so und es bleibt zu hoffen, dasss sich der PRI in den 12 Jahren der PAN-Herrschaft zu einer wirklich demokratischen Kraft gewandelt hat. Und noch was liebe Redaktion die Ueberschrift ist nicht korrekt, wenn schon nicht der vollstaendige Name Peña Nieto, dann Peña, Peña ist der Apellido Paterno, also der (Familien)name des vaters und Nieto der Apellido Materno (Name der Mutter) und vererbt wird immer nur der Apellido Paterno. Gruesse aus San Francisco de Campeche

Aus dem Ressort
Kraft verteidigt Finanzcredo beim Politischen Forum Ruhr
Politisches Forum Ruhr
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich beim „Politischen Forum Ruhr“ zum Haushaltsansatz einer vorbeugenden Investition in Bildung bekannt - trotz des zu erwartenden Nachtragshaushalts. Eine Regierung, die nur spare, denke zu kurzfristig, sagte sie. „Wir brauchen einen langen Atem.“
Kraft verteidigt ihr Finanzcredo beim Politischen Forum Ruhr
Politisches Forum Ruhr
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich beim „Politischen Forum Ruhr“ zum Haushaltsansatz einer vorbeugenden Investition in Bildung bekannt - trotz des zu erwartenden Nachtragshaushalts. Eine Regierung, die nur spare, denke zu kurzfristig, sagte sie. „Wir brauchen einen langen Atem.“
AfD-Spitzenkandidatin Frauke Petry will mit CDU koalieren
Sachsen-Wahl
Die CDU-Spitze lehnt eine Koalition mit der in Sachsen erstarkten AfD ab. Angela Merkel sieht „ein großes Stück Protest“ im Erfolg der Rechtspopulisten.
Nato stellt schnelle Eingreiftruppe als Warnung an Moskau auf
Ukraine
Das nordatlantische Militärbündnis plant als Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukraine eine mobile Eingreiftruppe an seiner Grenze zu Russland. Die USA warnen Moskau: „Hände weg vom Baltikum.“ Präsident Obama reist nach Estland, das den russischen Nachbarn fürchtet.
Waffenlieferungen an Kurden - Wichtige Fragen bleiben offen
Irak
Warum bekommen die Kurden für den Kampf gegen IS-Terrroristen ausgerechnet panzerbrechende Waffen? Brauchen die Kurden sie tatsächlich für ihre Verteidigung? Fragen wie diese, hörte man heute im Bundestag nicht. Stattdessen stimmten die Abgeordneten den Regierungsplänen mit großer Mehrheit zu.
Umfrage
Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?

Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?