Machtwechsel im dänischen Parlament

Kopenhagen..  Bei der Parlamentswahl am Donnerstag gelang den Rechtspopulisten der rechten Dänischen Volkspartei ein Erfolg: Mit 21,1 Prozent der Stimmen ist sie künftig die zweitstärkste Kraft und brachte so die Koalition der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt zu Fall. Neuer Ministerpräsident wird wohl der Lars Løkke Rasmussen, obwohl seine liberale Partei „Venstre“ das schlechteste Ergebnis bei einer Parlamentswahl seit einem Vierteljahrhundert einfuhr.

Die vier Parteien des Mitte-Rechts-Lagers – Liberale, Rechtspopulisten, Konservative und liberale Allianz – wollen den früheren Ministerpräsidenten als Regierungschef stützen, obwohl dessen Partei nur noch drittstärkste Kraft im dänischen Parlament ist. Rasmussen wurde 2009 erstmals Ministerpräsident. Er selbst hatte die Rechtspopulisten, die ihn jetzt überholt haben, als Mehrheitsbeschaffer für seine Partei hoffähig gemacht.

Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt reichte gestern bei Königin Margrethe II. ihren Rücktritt ein. Noch in der Wahlnacht hatte die 48-Jährige ihren Rücktritt auch als Parteichefin erklärt, obwohl die Sozialdemokraten mit 26 Prozent stärkste Partei geworden sind.