Machtkampf in der AfD – Henkel wirft Petry „Gegeifer“ vor

Misstrauen, Verbalattacken, Streit: Bernd Lucke, Bundessprecher und Vorsitzender der AfD und Frauke Petry, sächsische AfD-Landesvorsitzende und Bundessprecherin der AfD, sind sich in Feindschaft verbunden.
Misstrauen, Verbalattacken, Streit: Bernd Lucke, Bundessprecher und Vorsitzender der AfD und Frauke Petry, sächsische AfD-Landesvorsitzende und Bundessprecherin der AfD, sind sich in Feindschaft verbunden.
Foto: imago/Reiner Zensen
Was wir bereits wissen
Scharfe Attacke von Hans-Olaf Henkel auf Co-Parteichefin der Alternative für Deutschland, Frauke Petry. Sie sei intrigant und treibe ein reines Machtspiel, so Henkel.

Essen..  Der Machtkampf in der AfD nimmt an Schärfe zu. Hans-Olaf Henkel, AfD-Europaabgeordneter und bis vor Kurzem Vorstandsmitglied der Partei, hat schweres Geschütz gegen die Co-Vorsitzende Frauke Petry aufgefahren. „Ich halte sie für intrigant“, sagte Henkel im WDR. Mit ihrem „Gegeifer“ gegen Parteichef Bernd Lucke habe Petry „ununterbrochen an den Stuhlbeinen gesägt, auf dem Herr Lucke sitzt“, so Henkel. Petry stehe „vor allem für sich selbst“, sie betreibe ein „reines Machtspiel“. Zusammen mit dem anderen Co-Parteisprecher Konrad Adam habe Petry „die Partei in eine tiefe Krise gestürzt“.

Damit spitzt sich der erbitterte Streit in der AfD zu. Petry, die für den rechts-nationalen Flügel der Partei steht, liefert sich seit Wochen verbale Auseinandersetzungen mit Parteichef Lucke und Henkel, die die AfD eher als eine wirtschaftsliberale Partei positionieren wollen.

2000 Personen unterzeichnen „Weckruf“

Dabei geht es auch um die Macht in der AfD. Lucke hat vor wenigen Tagen einen „Weckruf 2015“ ins Leben gerufen, in dem sich die Anhänger seiner Richtung sammeln sollen. Dieser „Weckruf“ sei keine Spaltung der AfD, betonte Henkel nun. Luckes Initiative sei vielmehr „die letzte Chance, diese Partei zu retten“. Bislang hätten 2000 Personen den „Weckruf“ unterzeichnet, darunter auch Nichtmitglieder der AfD.

Henkel beklagte in dem Interview, man habe es „mit einem Ausfransen in der Partei zu tun“. So habe der thüringische Landeschef der AfD, Björn Höcke, den Eindruck erweckt, es sei „nicht so schlimm“, wenn jemand Mitglied in der NPD sei. Damit sei „eine rote Linie überschritten“. Höcke hatte vor Kurzem in einem Interview gesagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“ Parteichef Lucke hat ihn deshalb zum Austritt aus der AfD aufgefordert.