Machtkampf in AfD – Henkel tritt zurück

Frankfurt..  Seit Monaten beharken sich die Mitglieder des AfD-Bundesvorstandes gegenseitig – intern wie auch öffentlich. Hans-Olaf Henkel (75), ­das liberale Aushängeschild der Partei, reichte es jetzt: Gestern trat er mit sofortiger Wirkung als Vize-Parteichef zurück. Sein Mandat im Europa-Parlament will der Ex-Präsident des Bundesverbandes der Industrie aber behalten.

Als Grund für seinen Schritt nannte Henkel in der FAZ Versuche von „Rechtsideologen“, die Partei zu übernehmen. Außerdem klagte er über „charakterliche Defizite“ bei anderen führenden AfD-Politikern. Henkel warnte seine Partei vor dem Untergang, falls der Richtungsstreit nicht geklärt werde: „Dann wird die AfD scheitern. Das ist meine feste Überzeugung.“

Parteichef Bernd Lucke bedauerte Henkels Rückzug und äußerte zum Teil Verständnis für dessen Kritik. ­Etwas frostiger fiel das Bedauern der Co-Vorsitzenden Frauke Petry aus. Sie erklärte: „Für mich ist dieser Schritt nach den für ihn schwierigen letzten Wochen persönlich nach­vollziehbar.“