Lufthansa setzt auf das Vier-Augen-Prinzip

An Rhein und Ruhr..  Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Copilot seinen Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und den Airbus in den Sinkflug gebracht. Hätte die Zwei-Personen-Regel den tragischen Absturz verhindern können? In den USA ist es seit Langem Vorschrift, dass zu jeder Zeit mindestens zwei Personen im Cockpit sein müssen.

Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ist skeptisch. Zwar könne das „Vier-Augen-Prinzip“ eine erste Maßnahme sein, auf die Gefahr zu reagieren. Doch noch „fehlen viele Teile in dem Absturz-Puzzle“, sagt Markus Wahl, Sprecher der Pilotengewerkschaft, der NRZ. Auch sieht er die Gefahr, dass dadurch unter den Crew-Mitgliedern ein Grundmisstrauen entstehen könnte. „Jahrzehnte der Fliegerei haben gezeigt, dass die Besatzung ein Garant für die Sicherheit ist, nicht ein Risiko.“ Zudem stelle sich die Frage, ob eine Flugbegleiterin oder ein Flugbegleiter im Cockpit einen mutwillig eingeleiteten Absturz verhindern könnte.

Trotzdem reagierte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) schon vor Abschluss der Untersuchungen und führte die Zwei-Personen-Regel ein. Darauf hätten sich die Fluggesellschaften mit dem Bundesverkehrsminister und dem Luftfahrt-Bundesamt geeinigt.

Aus Sorge um die Sicherheit verschärfen auch weltweit die Fluggesellschaften die Regeln. In Großbritannien muss nun bei Virgin Atlantic, Easyjet, Monarch und Thomas Cook ein Mitglied der Kabinenbesatzung einen kurzzeitig abwesenden Piloten vertreten. Bei Air France werde das Thema diskutiert.