Lokführer streiken 66 Stunden

An Rhein und Ruhr..  Die Lokführer haben die Katze aus dem Sack gelassen: Es wird eine gestaffelte, bundesweite Streikaktion geben. Zunächst soll ab heute der Güterverkehr für drei Tage lahmgelegt werden, dann folgt ab Mittwochmorgen der Personenverkehr.

Konkret bedeutet das für die Fahrgäste, dass auch an Rhein und Ruhr die meisten S-Bahnen, Regional- und Fernzüge ab Mittwoch, 22. April, ab 2 Uhr in den Depots bleiben werden. Im Personenverkehr endet der Streik am Donnerstag, 23. April, um 21 Uhr.

Deutlich länger wollen die Lokführer den Güterverkehr ausbremsen. Der Ausstand beginnt in diesem Bereich bereits heute um 15 Uhr und endet erst am Freitag, 24. April, um 9 Uhr.

Es ist die siebte Streikaktion des fahrenden Personals, zuletzt waren die Lokführer im November in den Ausstand getreten.

Die Bahn kündigte an, einen Notfahrplan für den Fernverkehr in Kraft zu setzen. Um die Streikfolgen möglichst gering zu halten, müssen allerdings im Vorfeld bereits einige Zug-Verbindungen gekappt werden – zum Verdruss für viele Reisende, die noch am Dienstag unterwegs sind.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass die Reisenden trotz der von der GDL eingehaltenen Vorwarnzeit vor eine „schwierige Situation“ gestellt würden, so Sprecher Gerd Aschoff gegenüber der NRZ. Denn es sei keineswegs auszuschließen, dass schon die heute beginnenden Ausfälle im Güterverkehr Auswirkungen auf den Personenverkehr haben können – wenn nämlich ein abgestellter Güterzug eine Strecke blockiert. Aschoff glaubt, dass der Streik sich regional „sehr unterschiedlich auswirken wird“.

Keine Ergebnisse nach16 Tarifrunden

Die Gewerkschaft GDL kritisierte, auch nach 16 Tarifrunden fehlten Ergebnisse in zentralen Fragen. „Immer wieder behauptet die DB, sie müsse prüfen und bewerten, macht zuerst Zugeständnisse und dann wieder eine Rolle rückwärts“, heißt es in einer Mitteilung. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Am Freitag seien die Verhandlungen am Knackpunkt der Lokrangierführer gescheitert, die von der Bahn niedriger eingestuft werden sollten als ihre Kollegen auf der Strecke. Ein zweites Berufsbild als „billiger Jakob“ sei mit der GDL nicht zu machen, so Gewerkschaftsboss Claus Weselsky.