Lokführer-Streik führt zu langen Staus

An Rhein und Ruhr..  Der aktuelle Lokführerstreik, der seit gestern auch in NRW zu erheblichen Beeinträchtigungen führt, könnte recht schnell in die nächste Runde gehen. „Es wird keine weiteren wochenlangen Ultimaten geben“, drohte gestern der GDL-Bezirksvorsitzende Frank Nachtigall.

Der in der Nacht begonnene Ausstand im Personenverkehr sorgte bei Millionen Fahrgästen für Verdruss. Wie von der Bahn angekündigt, fielen im Fernverkehr zwei von drei Zügen aus. Auch der Regionalverkehr in NRW verzeichnete diese Streichquote. Ein Bahnsprecher sagte der NRZ, dass den Reisenden auch heute voraussichtlich kaum ein besseres Angebot gemacht werden könne. Der Ausstand im Personenverkehr soll um 21 Uhr enden; der Güterverkehr wird bis Freitag bestreikt. Weiterhin können sich Fahrgäste bei der Gratishotline 08000 99 66 33 über den aktuellen Fahrplan informieren.

Vorsorglich ein Zimmer besorgt

Viele Pendler waren offenkundig aufs Auto umgestiegen. Der WDR meldete bis in den späten Vormittag hinein mehr als 200 Kilometer Stau auf den Autobahnen an Rhein und Ruhr. Für heute erwarten Experten einen ähnlichen Ansturm auf den Straßen.

Verärgert und verunsichert waren und sind auch alle Prüflinge, die natürlich nicht unpünktlich zum Test, zum Examen oder zur Abschlussarbeit kommen wollten. Wer größere Strecken zum Prüfungsort zurücklegen musste, nahm sich gestern ein Zimmer, wie Sandy Hagenah, Leiterin des kaufmännischen Prüfungswesens der niederrheinischen IHK, der NRZ sagte. Vor allem vor einem möglichen Streik am nächsten Dienstag und Mittwoch zittern viele, weil an diesen Tagen bundesweit die kaufmännischen Prüfungen stattfinden. „2400 junge Menschen sind dies allein in unserem Kammerbezirk“, so Sandy Hagenah zur NRZ. Viele organisierten bereits Fahrgemeinschaften oder besorgen sich eine Unterkunft in Prüfungsnähe.