Lokführer kündigen weiteren Streik an

Frankfurt..  Die Lokführergewerkschaft GDL wird erneut bei der Deutschen Bahn streiken. Zu Zeitpunkt und Dauer machte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky gestern in Frankfurt allerdings keine Angaben. Die GDL werde den nächsten Ausstand „rechtzeitig ankündigen“ und auch dessen Länge bekanntgeben, hieß es nach der Entscheidung der GDL-Spitzengremien.

Weselsky hatte im Vorfeld der gestrigen Entscheidung von einem mehr als viertägigen Arbeitskampf gesprochen. Die Bahn hätte die Chance, den Arbeitskampf abzuwenden, wenn sie ein Positionspapier der GDL doch noch unterzeichne. Der bundeseigene Konzern hatte zuvor eine Unterschrift unter das Dokument, in dem Grundpositionen der Gewerkschaft festgeschrieben sind, abgelehnt.

Aus Sicht der Bahn enthält das Positionspapier lediglich Maximalforderungen der GDL, nicht aber den Sachstand der bisherigen Verhandlungen. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte kein Verständnis für die neue Streikankündigung. „Es gibt keinerlei Veranlassung, der Verhandlungsstand ist eigentlich so, dass wir zu Ergebnissen kommen könnten“, sagte Weber: „Von daher halte ich diese angekündigten Streiks für unverhältnismäßig.“ Da sich die GDL nicht auf einen Termin und eine Dauer festgelegt hat, habe er die Hoffnung, den Arbeitskampf noch abwenden zu können. Es liege an der GDL, das Gesprächsangebot der Bahn anzunehmen und den Verhandlungstisch erst wieder zu verlassen, wenn es ein Ergebnis gibt: „Ultimaten zu setzen bringt uns nicht weiter.“

Die Lokführergewerkschaft dringt in dem Konflikt auf eigenständige Tarifverträge auch für jene GDL-Mitglieder, die nicht Lokführer sind. Dazu gehören vor allem Zugbegleiter und Lokrangierführer. Die Bahn lehnt unterschiedlichen Tarifregelungen für ein und dieselbe Berufsgruppe ab. Zum Hintergrund: Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will voneinander abweichende Tarifverträge innerhalb einer Berufsgruppe vermeiden.

Abgesehen von dem Grundsatzstreit um die Berufsgruppen fordert die Lokführergewerkschaft in dieser Tarifrunde fünf Prozent mehr Geld, eine kürzere Wochenarbeitszeit sowie eine Begrenzung der Überstunden. Die EVG verlangt sechs Prozent Einkommenszuwachs, mindestens jedoch 150 Euro pro Monat.

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