Linker Terror erschüttert die Türkei

Ankara..  Eine blutige Woche liegt hinter der Türkei. Am Dienstag brachten zwei Terroristen im Istanbuler Justizpalast einen Staatsanwalt in ihre Gewalt, am Ende waren alle drei tot. Tags darauf wurde eine mutmaßliche Selbstmordattentäterin vor dem Polizeipräsidium in Istanbul erschossen. Wie die beiden Geiselnehmer soll die Frau der linksextremen Untergrundorganisation DHKP-C angehört haben.

Die „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“, so der volle Name der Gruppe, wird häufig als die „türkische RAF“ bezeichnet. Deutschland ist neben Griechenland deren wichtigste Operationsbasis und firmiert mit Schwerpunkt in Köln unter dem Deckmantel harmlos wirkender Vereine.

Es gibt noch eine deutsche Verbindung, die den Bundesnachrichtendienst in kein gutes Licht rückt. Der BND heuerte ein unter Mordverdacht stehendes DHKP-C-Mitglied als Informanten an. Während seiner BND-Tätigkeit stieg der Mann zum Deutschland-Chef der Terrorgruppe auf. Besonders pikant: Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass er als Doppelagent zugleich für den türkischen Geheimdienst MIT spionierte.