Lindner fühlt Aufwind für die FDP

Düsseldorf..  Zehn Tage vor der Hamburg-Wahl sieht FDP-Chef Christian Lindner wieder Land für die fast versunkenen Liberalen. „Wir kommen ein Jahr früher durchs Eis als erwartet. Da knackt es richtig“, wärmt sich Lindner am jüngsten Umfragehoch. Infratest taxiert die lange aussichtslos bei zwei Prozent dümpelnde FDP in der Hansestadt inzwischen auf fünf bis sechs Prozent. Die Wahl in die Bürgerschaft am 15.Februar wäre ein „bundesweit bedeutsames Signal“, jubelt der Parteichef. Die für politisch tot erklärten Liberalen atmen wieder – dank Lindner.

Seit seiner „Wutrede“ im Düsseldorfer Landtag hat der smarte FDP-Chef Hunderte von unterstützenden E-Mails erhalten. 300 000 Netznutzer haben auf Youtube verfolgt, wie Lindner einen roten Hinterbänkler abwatschte, der ihm seine Pleite als Firmengründer im Jahr 2000 ankreidete.

Neues FDP-Thema: der Soli

Unermüdlich hetzt der FDP-Chef durchs Land – und trifft nach der lähmenden Zeit des Übersehenwerdens wieder auf Interesse. In Düsseldorf nutzte Lindner die neue Aufmerksamkeit für einen Vorstoß zur schrittweisen Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Während im Bundestag „keine einzige Stimme“ gegen den „Ewigkeitszuschlag“ zu finden sei, kritisierte der liberale Vorkämpfer den „Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Bürger“. Heute zahlten Beschäftigte teilweise bis zu 60 Prozent Abgaben – das führe zu einer Entfremdung vom Staat, warnte Lindner. „Wir wollen den Schmerz der Steuerzahler lindern.“