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Licht und Schatten

10.09.2007 | 16:00 Uhr

General David Petraeus hat in Washington seinen Lagebericht vorgelegt. 30 000 US-Soldaten sollen den Irak wieder verlassen. Militärische Erfolge, doch politische Fortschritte seien kaum zu erkennen

Washington. Schon wenn der amerikanische Präsident den Kongress besucht, gleicht das Kapitol einer Festung. Wenn David Petraeus kommt, werden die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verschärft. Als der Oberkommandierende der US-Truppen im Irak gestern seinen mit Spannung erwarteten Bericht zur Lage im Kriegsgebiet vorlegte, erinnerten die Umstände seines Auftritts bisweilen mehr an Bagdad als an Washington. Sogar Termin und Ort für seine Pressekonferenz in den nächsten Tagen unterliegen derzeit strengster Geheimhaltung. Dergleichen hat es in der US-Hauptstadt seit den Tagen nach dem 11. September 2001 nicht mehr gegeben.

Was Petraeus zu sagen hatte, war am Ende nicht überraschend. Weder wollte der General ein allzu rosiges Bild der Lage im Irak zeichnen, noch die Aussichtslosigkeit des ganzen Unternehmens erklären und den baldigen Rückzug empfehlen. Petraeus - den niemand für unparteiisch hält, der aber auch nicht als loyaler Bush-Anhänger ohne eigene Meinung gilt - ging es ganz offensichtlich um einen möglichst differenzierten Bericht, der Probleme und Fehlschläge klar benennt, ohne die erheblichen Fortschritte, die es nach Einschätzung des Generals gibt, zu unterschlagen.

Petraeus und der amerikanische Botschafter im Irak, Ryan Crocker, zogen vor allem bei den politischen Fortschritten im Irak eine negative Bilanz. Die irakische Regierung habe kaum eines der von den USA geforderten Ziele erreicht und sei in ihrer Bereitschaft, Kompromisse durchzusetzen und die zerstrittenen Volksgruppen zu versöhnen, keine verlässliche Hilfe für die Amerikaner. Militärisch zog Petraeus eine teils recht positive Bilanz. Allerdings schlug er vor, die Aufstockung des Truppenkontingents um weitere 30 000 US-Soldaten in diesem Frühjahr auf jetzt knapp 170 000 Soldaten wieder zurückzunehmen. Bereits Ende September solle die erste Einheit den Irak verlassen. Bis Ende Dezember solle eine Brigade von 4000 Soldaten folgen.

Der Teil der Gewalt, der auf die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten zurückgeht, sei dagegen schwerer zu kontrollieren und entziehe sich zum großen Teil dem amerikanischen Einfluss.

Von Markus Günther

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