Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Libyen

Libysche Rebellen erobern wohl Flughafen von Misrata

11.05.2011 | 17:15 Uhr

Tripolis.   Libysche Rebellen melden einen weiteren Erfolg: Nach eigenen Angaben haben sie den Flughafen von Misrata eingenommen. Auch im Westen der Stadt dringen sie demnach immer weiter vor.

Die libyschen Rebellen haben nach eigenen Angaben den Flughafen der belagerten Stadt Misrata erobert und die Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi weiter zurückgedrängt. Die Regierungstruppen hätten Waffen und Munition zurücklassen müssen, als sie die Kontrolle über den Flughafen verloren, erklärte einer der Rebellen, Abdel Salam, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP.

In den zwei Tage andauernden Kämpfen um den Flughafen seien fünf Rebellen getötet und 105 weitere verletzt worden, sagte Salem. Neben den Kämpfen um den südlich der Stadt gelegenen Flughafen versuchen die Rebellen auch im Westen Misratas in Richtung der Stadt Slitan vorzustoßen.

Ban Ki Moon ruft zu Waffenstillstand auf

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief unterdessen zu einem „sofortigen und überprüfbaren Waffenstillstand“ in Libyen auf. Für Hilfsorganisationen forderte er am Mittwoch in Genf zudem ungehinderten Zugang in die Kampfgebiete.

Ban sagte, er habe am Dienstagabend mit dem libyschen Ministerpräsidenten Al-Bagdadi Ali al-Mahmudi telefoniert. Der habe zugesagt, einen UN-Sondergesandten in Tripolis zu empfangen, der „Verhandlungen für eine friedliche Lösung des Konflikts und ungehinderten Zugang für Mitarbeiter humanitärer Organisationen“ führen solle.

Die Aufstände in Nordafrika und der arabischen Welt seien eine seltene, aber auch fragile Chance, Demokratie und Menschenrechte zu fördern, sagte Ban weiter.

Beistand für Flüchtlingsboote gefordert

Der UN-Generalsekretär rief die vor der libyschen Küste patrouillierenden Schiffe europäischer Staaten auf, Flüchtlingstragödien auf See zu verhindern. Er verwies auf den Untergang eines überfüllten Schiffs in Sichtweite von Tripolis, bei dem möglicherweise 600 Menschen umgekommen sind. „Ich bin beunruhigt über Berichte dass Menschen, die vor den Kämpfen fliehen, ihr Leben auf See verlieren“, sagte Ban. „Ich bitte die Patrouillenboote im Mittelmeer, nicht auf Notrufsignale zu warten, um Hilfe anzubieten. Jedes Boot, das Libyen verlässt, sollte als des Beistands und Schutzes bedürftig betrachtet werden.“

Die EU will ein Büro in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi einrichten, um Zivilbevölkerung und Übergangsrat besser unterstützen zu können. Das kündigte EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton im EU-Parlament in Straßburg an. Der Übergangsrat benötige Hilfe beim Bildungswesen, beim Gesundheitssystem und bei der Sicherung der Grenzen. (dapd)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4636765/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat tagt in Krisensitzung zu Syrien-Massaker
Syrien
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach Angaben von Diplomaten noch am Sonntag treffen, um über das Massaker im syrischen Hula mit mindestens 109 Toten zu diskutieren. Das Gremium werde sich um 20.30 Uhr deutscher Zeit treffen, hieß es.
Foto 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.