Libyer arbeiten am Frieden

Genf..  Mehr als drei Jahre nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi in Libyen soll eine Regierung der nationalen Einheit das ölreiche Land aus dem Bürgerkrieg führen und einen wirtschaftlichen Kollaps verhindern. Bei zweitägigen politischen Gesprächen in Genf einigten sich mehrere Kontrahenten auf einen Fahrplan mit dem Ziel, einen vereinten und demokratischen Rechtsstaat zu errichten, wie die UN-Mission für Libyen am Freitag mitteilte. Voraussetzung dafür sei ein Waffenstillstand.

Eine wichtige Gruppe fehlt

Derzeit eskalieren die Kämpfe vor allem zwischen zwei großen Blöcken: Den islamistischen und den nationalistischen Kräften. In der östlichen Stadt Tobruk arbeiten ein Parlament und eine Regierung, die international anerkannt sind und von Ex-General Chalifa Haftar und seiner Armee militärisch unterstützt werden. In Tripolis haben Islamisten aus dem alten Abgeordnetenhaus ein Gegenparlament gebildet. Sie haben die Unterstützung der mächtigen Milizen aus Misrata.

Unter UN-Vermittlung gibt es nun erstmals die Absichtserklärung verschiedener Gruppen, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Allerdings fehlt mit der islamistischen „Fadschr Libia“ („Morgendämmerung“) bei den Verhandlungen eine der wichtigsten Konfliktparteien.