Leider unrealistisch

Die Idee ist schon verlockend: Die großen europäischen Fußball-Nationen gründen ihren eigenen Verband, nehmen aus finanziellen Gründen die USA und Japan dazu, aus sportlichen Brasilien und Argentinien und veranstalten ihre eigenen Weltmeisterschaften. Dann wären die Fifa und Sepp Blatter am Ende.

Leider ist dieses Szenario aus vielen Gründen unrealistisch. Erstens sind Fußballfunktionäre im Allgemeinen keine Revolutionäre. Zweitens fehlt es Europa, sogar Westeuropa, an Einigkeit. Drittens ist Uefa-Chef Platini, der Katar-Befürworter, der Familiengeschäfte mit seinem Amt in Einklang zu bringen versteht, nicht gerade der Anti-Blatter. Und viertens wünscht sich der Fußballfan keine Zustände wie im Boxen: verschiedene Verbände, die jeweils ihre eigenen Weltmeister küren. Bei aller Kritik: Ihre Hauptaufgabe, alle vier Jahre eine organisatorisch und sportlich funktionierende WM auszurichten, bringt die Fifa schon noch zustande. Muss sie ja auch, sonst käme nicht das ganze schöne Geld herein.

Auf wen kann man hoffen? Am ehesten auf die Justiz in den USA. Weniger auf die Sponsoren. Die lassen sich zwar ungern mit Korruption und Skandalen in Verbindung bringen, aber Fußball ist als Werbefaktor unwiderstehlich. Weil er so große Emotionen erzeugt. Dass davon Sepp Blatter profitiert, ist besonders pervers.

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