Lebenslange Haft für den Mörder des "American Sniper"

Ein Gericht im texanischen Stephensville hat den Mörder Eddie Ray Routh am Dienstagabend zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilte.
Ein Gericht im texanischen Stephensville hat den Mörder Eddie Ray Routh am Dienstagabend zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilte.
Foto: dpa (Archiv)
Eddie Ray Routh ist wegen Mordes verurteilt worden. Er tötete den amerikanischen Kriegshelden Chris Kyle, dem der Film "American Sniper" gewidmet ist.

Washington.. Im Kino ließ Regisseur Clint Eastwood ihn bis zum Abspann ungeschoren. Im echten Leben wurde der "American Sniper" Chris Kyle, dessen Geschichte an diesem Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, von einem traumatisierten Ex-Elitesoldaten auf einem Schießstand getötet. Ein Gericht in Stephensville/Texas verurteilte den Mörder Eddie Ray Routh (27) am Dienstagabend zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Bemühungen der Verteidigung, Routh als geisteskrank und damit unzurechnungsfähig erscheinen zu lassen, schlugen fehl.

Die zwölfköpfige Jury war nach zweiwöchiger Verhandlung in dem landesweit verfolgten Prozess einstimmig der Ansicht, dass der Täter schuldfähig ist und zur Rechenschaft gezogen werden muss. Routh nahm das Urteil regungslos auf.

Erfolgreichster US-Kriegsfilm aller Zeiten

Chris Kyle, in dem mit bisher über 300 Millionen Dollar Einnahmen erfolgreichsten US-Kriegsfilm aller Zeiten von Bradley Cooper gespielt, wird in Amerika vielerorts als Held verehrt. Der Navy-Seal-Soldat war mit über 160 Abschüssen in vier Irak-Einsätzen nach offiziellen Angaben der treffsicherste Scharfschütze in der US-Militärgeschichte. Seine Autobiographie diente Hollywood-Altstar Eastwood als Vorlage für den wirtschaftlich enorm erfolgreichen, aber inhaltlich höchst umstrittenen Film "American Sniper".

Nach seiner Armeezeit bemühte sich Kyle, dem in Texas ein bundesstaatlicher Feiertag gewidmet ist, um die Wiedereingliederung von Kriegs-Veteranen in den Alltag. Routh, ein früherer Marine, war von 2006 bis 2010 unter anderem im Irak eingesetzt gewesen. Er kämpfte mit schweren post-traumatischen Belastungsstörungen (PTSD), war in psychiatrischer Behandlung und wurde mit schweren Medikamente behandelt.

Beim Entspannungsausflug getötet

Rouths Mutter arbeitete in dem Kindergarten, in den Chris Kyle seinen Nachwuchs brachte. Eines Tages bat sie den wortkargen Ex-Soldaten um Hilfe. Ihr Sohn hatte mit Selbstmord gedroht. Kyle sicherte Hilfe zu.

Am 2. Februar 2013 fuhren Kyle (38) und ein Freund, Chad Littlefield (35), mit Routh auf die "Rough Creek Shooting Range" in Glen Rose bei Dallas. Noch bevor der zur Entspannung gedachte Ausflug auf den Schießstand beginnen konnte, waren Kyle und Littlefield tot. Erschossen von Eddie Ray Routh mit einer Schnellfeuer-Pistole. Bei seiner Festnahme erklärte der Texaner, er habe um sein Leben gefürchtet und sich von Kyle akut bedroht gefühlt.

Taya Kyle, die Witwe des Opfers, hatte im Prozess ausgesagt. Bei der Oscar-Verleihung am Sonntag in Hollywood gehörte sie zur Entourage der "American Sniper"-Delegation. Einem Reporter sagte sie: "Ich vertraue auf ein gerechtes Urteil."