Leben in der Radarfalle

Ich weiß nicht, wie andere das machen. Vor allem die, die täglich mit dem Auto fahren. Eigentlich müssten die längst im Gefängnis sitzen. Wenn ich statistisch irgendwie bedeutsam sein sollte, dann wäre hochzurechnen, dass jemand, der den Wagen fünf Tage die Woche betankt und fährt, einen Konsumkredit aufnehmen müsste. Ich fahre ja nur höchstens einmal im Monat! Und dann in die Radarfalle! Überall stehen ja die Dinger.

Neulich war ich so in Gedanken (was könnte ich mal essen und so) – und plötzlich: Peng! Dieses rote Licht blitzt ja nicht, es fällt einen an wie ein Rotaugen-Dämon aus einem fiesen Fantasyfilm. Ich wollte sofort auf die Bremse treten, aber klar, es war natürlich das Gas. Danach möchte man heulen oder wenigstens reden. Aber dafür hat diese Blitzkiste kein Verständnis. Manche Blitzer tarnen sich jetzt auch noch und sehen aus wie Baumstämme. Letztes Mal bin ich auf so eine verkleidete Tanne reingefallen. Auf dem Hinweg. Und dummerweise auf dem Rückweg auch. Einzigartig sei das. Nun ja, wenigstens das.