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Sicherheitskonferenz

Lawrow zweifelt selbst an baldiger Feuerpause in Syrien

13.02.2016 | 18:31 Uhr
Lawrow zweifelt selbst an baldiger Feuerpause in Syrien
Der russische Außenminister Sergej Lawrow glaubt nicht an eine baldige Waffenruhe in Syrien.Foto: dpa

München.  Waffenruhe in Syrien? Bundesaußenminister Steinmeier räumt dem Plan zwei Prozent mehr Chancen ein als der russische Amtskollege Lawrow.

Kurz nach der Münchner Syrien-Konferenz hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Hoffnungen auf eine baldige Waffenruhe gedämpft. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz machte Lawrow am Samstag deutlich, dass er dafür nicht einmal eine fünfzigprozentige Chance sieht.

Als der russische Außenminister gefragt wurde, wie hoch er auf einer Skala von 1 bis 100 die Chance einschätze, sagte er nach einer sehr ausführlichen Antwort: „49“. Darauf entgegnete der neben ihm auf dem Podium sitzende britische Außenminister Philip Hammond, für ihn hätten sich Lawrows Worte angehört wie „irgendwo nahe null“. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach dagegen immerhin von einer 51-prozentigen Chance.

Lawrow: Enge Zusammenarbeit mit USA nötig

Lawrow sagte, er habe langsam Zweifel und sei sich nicht mehr ganz sicher, ob das Treffen der sogenannten Syrien-Unterstützergruppe so erfolgreich gewesen sei. Er stellte infrage, ob die USA wirklich zu weiteren Schritten bereit seien. „Offensichtlich geht es vor allem darum, die Angriffe der russischen Luftwaffe zu beenden“, sagte er. Nötig sei eine enge militärische Kooperation zwischen USA und Russland, sagte er.

US-Außenminister John Kerry forderte Russland auf, die Luftangriffe in Syrien auf Terrorgruppen zu beschränken. Die große Mehrheit der russischen Angriffe habe bislang auf legitime Oppositionsgruppen abgezielt, sagte er. Russland unterstützt Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Kerry warnte vor einem Scheitern der Münchner Vereinbarungen und sprach von einem Scheidepunkt: „Die Entscheidungen, die in den kommenden Tagen, Wochen und wenigen Monaten getroffen werden, könnten den Krieg in Syrien beenden. Oder sie können dazu führen, dass wir in Zukunft mit anderen sehr schwierigen Optionen konfrontiert werden“, führte Kerry fort. Ob er damit die mögliche Einrichtung von Flugverbotszonen oder den Einsatz von Bodentruppen in Syrien meint, sagte Kerry allerdings nicht.

Russland verstärkt Angriffe in Syrien

Unterdessen verstärkte Russland seine Luftangriffe im Norden Syriens nach Angaben von Aktivisten am Samstag weiter. Russische Jets hätten demnach in der Nacht auf Samstag nahe der Grenze zur Türkei mindestens zwölf Angriffe geflogen. Laut dem Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, diene dies zur Vorbereitung eines Vormarsches der Regime-Anhänger nördlich der umkämpften Metropole Aleppo. In der Region sind islamistische Gruppen, gemäßigte Rebellen der Freien Syrischen Armee und die radikale Al-Nusra-Front aktiv.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie der Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht auf Freitag in München auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Sie soll innerhalb von einer Woche in Kraft treten. Ausgenommen davon sind Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front, einen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. (bk/dpa)

Kommentare
14.02.2016
15:46
Lawrow zweifelt selbst an baldiger Feuerpause in Syrien
von Storkianer | #3

Die Türken beschiessen weiterhin die Kurden in Nordsyrien, auch Zivilisten wurden getötet!
Das Syrische Aussenministerium hat sich an die Uno...
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Lawrow zweifelt selbst an baldiger Feuerpause in Syrien
Lawrow zweifelt selbst an baldiger Feuerpause in Syrien
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http://www.derwesten.de/politik/lawrow-zweifelt-selbst-an-baldiger-feuerpause-in-syrien-id11562388.html
2016-02-13 18:31
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