Laschet warf Noten-Notizen in den Müll

Düsseldorf..  In der „Noten-Affäre“ hat CDU-Landeschef Laschet erstmals eingeräumt, dass er seine Notizen zu den verschwundenen Klausuren der Studenten der RWTH Aachen im Müll entsorgt hat. Vor der heutigen Sitzung im Wissenschaftsausschuss des Landtags bezeichnete Laschet dieses Vorgehen als normalen Vorgang. Schließlich habe der Prüfungsausschuss der Hochschule vorher zweimal entschieden, dass die Rekonstruktion der Noten anhand von Notizen zulässig sei. Deshalb habe er nach der Entscheidung - wie sonst auch - die Unterlagen nicht länger aufbewahrt. Es gebe auch keine Aufbewahrungspflicht.

Zuvor hatten SPD und Grüne nachgehakt, warum Laschet seine Notizen für die Benotung nicht vorlege. Laschet hatte Studenten Noten für eine Klausur erteilt, an der sie gar nicht teilgenommen hatten. Rektorat und Ministerium sprachen sich deshalb dafür aus, dass die Noten annulliert werden und die Klausur neu geschrieben wird. Nachdem die korrigierten Klausuren nach Angaben Laschets auf dem Postweg verschwunden waren, hatte der Politiker in Abstimmung mit dem Prüfungsamt der RWTH eine Rekonstruktion der Noten durchgeführt. Dabei waren offenbar durch Übertragungsfehler mit der Ko-Korrektorin falsche Namen und fehlerhafte Zensuren übermittelt worden.