Laschet muss den Blick nach vorn richten

Eigentlich ist der CDU-Parteitag für Armin Laschet gut gelaufen. Keine Kontroverse über das Grundsatzprogramm, Beifall für den Landesvorsitzenden und eine rot-grüne Regierung Kraft in schlechter Verfassung, die der Opposition wegen schwacher Konzepte und Köpfe genug offene politische Flanken bietet. Das Problem: Statt sich voll auf die Defizite der Regierung konzentrieren zu können, macht sich die CDU mit der „Noten-Affäre“ selbst zum Thema.

Rüttgers wurde mit der auch von innen kräftig befeuerten „Sponsoren-Affäre“ demontiert, Röttgen brachte die CDU mit Arroganz und Egoismus selbst um die Chance auf den Wahlsieg. Nun muss Lachet aufpassen, dass er beim Versuch, auf allen Hochzeiten zu tanzen, nach dem schlechten Krisenmanagement in der „Noten-Affäre“ keine neuen Polit-Pannen produziert. Der Parteitag hat Laschet gestützt: Aber auch in der eigenen Partei steht der Vorsitzende unter Beobachtung.

Zwei Jahre vor der NRW-Landtagswahl hat der Wahlkampf längst begonnen. Parteitreue Blogger sind wieder aktiviert, Kampagnen werden lanciert, um die Glaubwürdigkeit des Gegners zu untergraben. Wenn nicht alles täuscht, droht Laschet und Kraft bis 2017 eine derbe Schlammschlacht in NRW.

Der politische Streit sollte sich auf die richtigen Rezepte zur Lösung der Probleme in NRW konzentrieren. Der Blick muss sich nach vorn richten, damit das Industrieland NRW seine Stärken voll ausspielen kann. Hieran misst sich 2017 die Regierungsfähigkeit einer Partei. NRW braucht mehr als die permanenten persönlichen PR-Termine der Ministerpräsidentin und des Oppositionsführers.