Laschet braucht kein „deutsches Google“

New York..  Für Taxifahrer in New York wird der sparsame Armin Laschet zur Herausforderung. Mitten in Manhattan springt der Besucher aus NRW mehrfach in den dichten Berufsverkehr, um ein Taxi zu kapern. Akzeptiert der Chauffeur aber keine fünf Fahrgäste, platzt der 15-Dollar-Deal. Minuten später jongliert der CDU-Politiker beim Termin mit dem Chef des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock, Larry Fink, dann mit Milliardensummen. In NRW ist BlackRock an Firmen wie Eon, RWE, Thyssen, Telekom und Bayer beteiligt.

Auch wenn Landespolitiker aus Übersee in den USA keine große Rolle spielen, öffnet die Funktion als Merkel-Vize in der CDU Türen. Laschet hat Termine mit Ex-Außenminister Henry Kissinger, trifft den israelischen UN-Botschafter Ron Prosor, der 2016 nach Berlin wechseln soll. Auch der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ron Lauder, nimmt sich Zeit.

Zum Ende seines US-Besuchs hat Laschet einen Tornister voll Erkenntnisse für NRW gesammelt. Eine Erkenntnis lautet: Nicht alles ist übertragbar. „Wir brauchen kein deutsches Google. Stattdessen müssen wir unsere Weltmarktführer durch Digitalisierung noch stärker machen“, so Laschet. „Deutsche Ingenieurskunst ist gefragt.“ Stabile und günstige Energiekosten gewinnen aus Sicht Laschets zudem an Bedeutung. Deshalb mahnt der Christdemokrat zum Verzicht auf neue Abgaben, die Strom aus Braunkohle teurer machen.

Laschet, der als Abgeordneter im EU-Parlament, Bundestag und Landtag viel Auslandserfahrung gewonnen hat, will in USA sein Profil als Kraft-Herausforderer schärfen. Der Aachener sucht die Zukunftsthemen, mit denen er die Ministerpräsidentin bei der Landtagswahl 2017 verdrängen will.