Land könnte zum Retter für Loveparade werden
22.01.2010 | 21:36 Uhr 2010-01-22T21:36:00+0100
Düsseldorf.Das Gezerre um die Loveparade hat das Land alarmiert. Das Innenministerium sucht gemeinsam mit der Bezirksregierung Düsseldorf nach einem Weg, die drohende Absage in Duisburg noch zu verhindern. Für kommende Woche ist ein Krisentreffen angesetzt.
Die drohende Absage der Loveparade in Duisburg hat die Landesregierung auf den Plan gerufen.Weil es sich um „eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung“ handele, führe das Innenministerium zurzeit Gespräche mit der Kommunalaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf, bestätigte eine Ministeriumssprecherin. Gemeinsam soll ausgelotet werden, wie Duisburg trotz desolater Haushaltslage den erwarteten Eigenanteil für das Spektakel von 840 000 Euro schultern könnte. Bei einem Haushaltsloch von derzeit 150 Millionen Euro besteht rechtlich kaum Spielraum für zusätzliche Ausgaben. Eine Sprecherin der Bezirksregierung wies jedoch darauf hin, „dass wir eine untergeordnete Behörde sind und natürlich den Willen des Innenministeriums umsetzen“. In der kommenden Woche sei ein Krisentreffen mit Vertretern der Stadt Duisburg angesetzt, das Klarheit bringen soll. Eigentlich ist Innenminister Ingo Wolf (FDP) für eine harte Linie im Umgang mit den Sparanstrengungen der Kommunen bekannt.
Schlechtes Signal für das Ruhrgebiet
In Düsseldorf würde es als schlechtes Signal für das Ruhrgebiet als Kreativregion gewertet, wenn die Loveparade nach großen Publikumserfolgen in Essen (2007) und Dortmund (2008) nun bereits zum zweiten Mal in Folge ausfallen müsste. Bochum hatte im vorigen Jahr aus logistischen Gründen kurzfristig einen Rückzieher gemacht. Wenn der Techno-Umzug nicht wie vorgesehen am 24. Juli durch Duisburg ziehen kann, bedeutete dies auch einen Rückschlag für das Kulturhauptstadt-Jahr. Dieter Gorny, in der Kulturhauptstadt-Organisation „Ruhr 2010“ für die Kreativwirtschaft zuständig, appellierte eindringlich an die Politik, die Region vor einer „Riesenblamage“ zu bewahren.
Eine direkte Finanzhilfe des Landes oder gar eine „Lex Loveparade“ sind indes kaum vorstellbar. Im Verantwortungsbereich des Wirtschaftsministeriums gibt es zwar einen Topf für Kreativwirtschaft. Allerdings sei von einem Antrag der Stadt Duisburg auf Hilfen bislang nichts bekannt, so ein Sprecher.
In Essen und Dortmund erinnert man sich gerne an die bunten Straßenfete mit mehr als eine Million Besuchern. Doch ist die Finanzlage hier kaum besser als in Duisburg. „Wir können als Ersatz-Austragungsort nicht einspringen“, sagte ein Essener Stadtsprecher.

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