Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Politik

Lage an syrisch-türkischer Grenze spitzt sich zu

08.10.2012 | 09:46 Uhr
Foto: /AP/ddp images/AP

Die Gefechte an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei nehmen kein Ende. Bereits den fünften Tag in Folge reagierte die Regierung in Ankara am Sonntag mit Artilleriefeuer auf Granatenbeschuss aus Syrien. Die anhaltende Gewalt an der Grenze nährt die Sorge, dass sich der syrische Bürgerkrieg zu einem Flächenbrand in der Region ausweiten könnte.

Akcakale/Türkei (dapd). Die Gefechte an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei nehmen kein Ende. Bereits den fünften Tag in Folge reagierte die Regierung in Ankara am Sonntag mit Artilleriefeuer auf Granatenbeschuss aus Syrien. Die anhaltende Gewalt an der Grenze nährt die Sorge, dass sich der syrische Bürgerkrieg zu einem Flächenbrand in der Region ausweiten könnte. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hatte am Samstag gewarnt, dass die Türkei auf jede Granate, die auf türkischem Boden fällt, militärisch reagieren würde.

Und auch am Sonntag ging wieder ein syrisches Geschoss in der Nähe der Grenzstadt Akcakale nieder, wo am Mittwoch durch eine aus Syrien abgefeuerte Granate fünf Menschen getötet worden waren. Wenig später erwiderte das Militär das Feuer mit mindestens sechs Mörserschüssen, wie der Bürgermeister von Akcakale bestätigte. Nach Angaben der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu gehen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar Assad auf der anderen Seite der Grenze gegen die von den Rebellen gehaltene Stadt Tal Abjad vor.

Gleichzeitig brachte die Türkei auch auf diplomatischer Ebene einen neuen Vorschlag für die Beilegung des Konflikts in Syrien ein und sprach sich für Vizepräsident Faruk al Scharaa als mögliche Führungspersönlichkeit in einer Übergangsregierung im Nachbarland aus. Al Scharaas "Hände sind nicht mit Blut verseucht", sagte der türkische Außenminister Davutoglu dem öffentlich-rechtlichen Sender TRT. Es war unklar, ob die Fürsprache der Türkei für al Scharaa mit anderen Verbündeten abgesprochen war, doch die Äußerungen Davutoglus legten nahe, dass es möglicherweise einen Konsens über eine zukünftige Rolle für ihn geben könnte.

Inzwischen gingen auch die Kämpfe im Inneren des Landes weiter. Nach Angaben von Aktivisten kamen bei Gefechten von Aleppo im Norden bis an die jordanische Grenze im Süden am Sonntag wieder mindestens 90 Menschen ums Leben.

Die Aufständischen konnten laut Medienberichten ihre Kontrolle in der Grenzregion zur Türkei festigten. Die Rebellen hätten nach heftigen Gefechten mit den Regierungstruppen die Ortschaft Chirbat al Dschos im Nordwesten des Landes erobert, berichteten Anadolu und der Sender Al Dschasira am Sonntag. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mussten sich die Truppen Assads auch aus zwei weiteren Dörfern in der Provinz Idlib zurückziehen.

Bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum der Hauptstadt Damaskus kam nach Angaben der amtlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA am Sonntag ein Mitglied der Streitkräfte ums Leben. Der Sprengsatz sei kurz nach Sonnenuntergang nahe dem Polizeipräsidium detoniert, meldete SANA. Die Regierung machte "Terroristen" für den Anschlag verantwortlich.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Aus dem Ressort
IS-Terroristen enthaupten angeblich weiteren US-Journalisten
IS-Terror
Laut amerikanischen Medien haben IS-Terroristen erneut einen Journalisten getötet. Die Berichte berufen sich auf ein US-Institut, das weltweit Terrorgruppen beobachtet. Bei dem Opfer soll es sich um einen amerikanischen Reporter handeln, der seit 2013 in Syrien vermisst wird.
NRW macht noch mehr Schulden - Steuereinnahmen brechen weg
Haushaltsloch
NRW muss dieses Jahr 800 Millionen Euro mehr an neuen Krediten aufnehmen als geplant. Auf dem Energiesektor hätten die Finanzämter insgesamt Mindereinnahmen in Milliardenhöhe verbucht. Finanzminister Norbert Walter-Borjans findet das „hochgradig unerfreulich“.
Steuert Kremlchef Wladimir Putin Russland in den Krieg?
Ukraine-Konflikt
Putins Machtpoker im Ukraine-Konflikt: Zuhause inszeniert sich der Kremlchef als "Friedenszar". Der Westen geht ihn jedoch zunehmend als "Aggressor" an. Steuert der Ex-Geheimdienstchef Russland in den Krieg? Die Propaganda im Staatsfernsehen ist jedenfalls seit Monaten im Kriegsmodus.
Kosten der Kommunen für Asylbewerber steigen erheblich
Asylbewerber
376 Millionen Euro haben die NRW-Städte im letzten Jahr für Flüchtlinge aufgewendet, 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr rechnet Innenminister Ralf Jäger mit einem Anstieg um 60 Prozent. Nach Schätzungen des Landes werden 2014 mindestens 37.000 neue Asylbewerber kommen.
Parteiübergreifender Widerstand gegen Pkw-Maut in NRW wächst
Pkw-Maut
Im Bund ringen SPD und Union um eine Einigung zur Pkw-Maut. In der Drei-Länder-Region NRW nehmen SPD und CDU darauf keine Rücksicht. Sie machen entschieden Front gegen das Vorhaben. Schäuble wolle private Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. NRW-Finanzminister Walter-Borjans ist dagegen.