Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Linkspartei

Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich

12.02.2010 | 21:04 Uhr
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich

Berlin.Bisher hat Oskar Lafontaine andere gegen Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch schießen lassen. Jetzt attackiert er ihn erstmals selbst in aller Öffentlichkeit. Die Vorwürfe wiegen schwer: Unter anderem soll Bartsch Internas ausgeplaudert haben.

Der scheidende Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine rechnet nun öffentlich mit Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch ab. In der linken Tageszeitung „Neues Deutschland“ warf Lafontaine Bartsch vor, „Interna aus der engsten Führung“ ausgeplaudert und einen Zusammenhang seines Verzichts auf den Fraktionsvorsitz mit seiner Krebserkrankung bestritten zu haben.

Außerdem habe Bartsch der Landespartei in Nordrhein-Westfalen fehlenden Pragmatismus vorgeworfen und sich gegen deren mögliche Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl im Mai ausgesprochen. Bislang hatte Lafontaine im Fall des scheidenden Bundesgeschäftsführers lediglich auf Fraktionschef Gregor Gysi und seinen Stellvertreter Klaus Ernst verwiesen, die „das Nötige dazu gesagt“ hätten.

„Keine wirklich tief greifenden Konflikte“

Hinter den Personalquerelen der Linkspartei sieht Lafontaine einen Ost-West-Konflikt, Flügelkämpfe und unterschiedliche Vorstellungen für Regierungsoptionen: „Es ist von allem etwas“, dennoch gebe es „keine wirklich tief greifenden Konflikte in der Partei über unsere politischen Inhalte und die einzuschlagende Strategie“.

Der Zustand der Partei sei „sicher nicht der bestmögliche“. Sachdebatten könnten „plural und demokratisch öffentlich“ geführt werden, jedoch sollte „Kritik an der Partei und einzelnen Personen in den dafür zuständigen Gremien geübt werden“, sagte Lafontaine. (ddp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
13.02.2010
16:47
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Sozialerdemokrat | #28

2002 hat Bartsch mit seinem Schmusekurs zur SPD dazu beigetragen, dass die PDS die 5 % Hürde verfehlte. Es ist verständlich, dass er deswegen bei den Medien beliebt ist.

13.02.2010
15:01
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von so ist es | #27

Bartsch ist einigen vermeintlich wichtigen Leuten, der Hessen und besonders der NRW Linken, zu oft auf die Füsse getreten und Rache muss sein.

Vielleicht kann man ja dessen Funktionen, wenn man schon keinen sicheren Bundestags- oder Landtagslistenplatz bekommt, übernehmen.

Man hat es sich ja nach drei Jahren harter ehrenamtlicher Arbeit verdient.

13.02.2010
14:48
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Sparer | #26

# 8 Da guckst Du

Sie behaupten die Rentner kosten Steuergelder. Stimmt.
Aber.
Wenn unser Staat die Gelder die er ohne Rechtsgrundlage aus den Rentenkassen gezogen hat, mit den banküblichen Zinsen an die Rentenkassen zurückzahlen würde, könnten die Renten erhöht werden und der Beitragssatz sinken.
Die Steuerzuschüsse entsprechen nicht einmal der Verzinsung des abgezogenen Kapitals.

Der erste der sich an dieser billigen Geldquelle vergriff, war Willy Brandt.
Seine Nachfolger griffen immer wieder in die wohl gefüllte Kasse. Die dann einfach einmal, dank Helmut Kohl, leer war.

Lassen sie also mal die Rentner in Ruhe, denen steht mehr zu als wir ihnen geben.

13.02.2010
14:16
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Sozialerdemokrat | #25

Es ist sinnvoll das ganze Interview auf der Seite des Neuen Deutschlands zu lesen. Deutlich wird, dass Bartsch menschlich einen großen Fehler machte. Er wusste Lafontaines Krebserkrankung bestritt aber trotzdem einen Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem Verzicht auf den Fraktionsvorsitz. Zu Recht kritisiert Lafontaine in dem Interview den Kampagnen-Journalismus. Letztes Beispiel ist ja die Kampagne gegen die NRW-Abgeordnete für die die Pfarrer eingespannt wurden. Ich bin noch Kirchensteuerzahler, kann aber Leute gut verstehen, wenn sie austreten, weil sie dieses obrigkeitsstaatliche Gehabe nicht mehr ertragen. Einige Forderungen der Linken NRW mögen nicht realistisch sein, aber das sind die Forderungen anderer Parteien häufig auch nicht. Da wird gegen die Freigabe von weichen Drogen polemisiert, dabei sind die weichen Drogen Alkohol und Tabak längst legalisiert. Haschisch und Marihuana ist nicht gefährlicher. Außerdem wird durch den Krieg der NATO in Afghanistan die Drogenkriminalität indirekt gefördert. Darüber redet aber niemand..

13.02.2010
14:01
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Evald | #24

@ Dany

Nur mal so zur Erklärung:
Es gibt kein Recht auf Rausch, ebenso wie es z.B. kein Recht auf GV existiert.
Insofern können solche Rechte natürlich als Forderungen in Parteiprogrammen auftauchen.
Wer es besser zu wissen glaubt, möge bitte die entsprechenden Paragrafen zitieren.

13.02.2010
11:46
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von U.R. | #23

#2
Wo bitte steht in der ENDGÜLTIGEN FASSUNG des Wahlprogramms der Linken etwas von Recht auf Rausch und Verzicht auf Strafverfolgung ?
Ich bitte um detaillierte Angabe der Stellen im Programm !

12.02.2010
21:25
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Karl Marxs Enkel | #22

Durch Ihren Kommentar fühlt sich niemand angesprochen, auch ich nicht.
Ihr Kommentar sagt aber einiges zur Verfassung der Parteimitglieder der Partei Die Linke aus.
Können Sie mich verstehen?

12.02.2010
20:24
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Da guckst Du | #21

@ 16 von Karl Marxs Enkel

Was fühlen SIE sich durch meinen Kommentar unter # 8 angesprochen. Das möchten Sie doch bitte mal allen lesern udn mir hier erklären.
Bin gespannt auf Ihre verqueren Gedankenkonstruktionen.
Herr Kolb wird schon wissen,um was es hier geht und das er es weiss, das sollte auch schon ausreichend sein.

Aber Sie wollten ja noch etwas erklären, nur zu!

12.02.2010
20:19
Lafontaine attackiert Bartsch erstmals öffentlich
von Linke hat endlich fertig | #20

Die Linkspartei hat fertig! Bartsch hatte natürlich Recht, wenn er der NRW-Linken eine Regierungsfähigkeit abspricht. Im Landesvorstand sitzen Polit-Träumer, die soweit von der Realität entfernt sind, wie die Erde von der Sonne.

Und wer Äußerungen von Schwabdissen und anderen Landesvorstandsmithgliedern kennt, der weiß, wie wirklich über Oskar gedacht wird. Schwabedissen jedenfalls hält ihn für einen alten Herrn, der junge Frauen abhäte, sich in der Partei zuengagieren.
Nun soll dieser alte Sack in NRW auf Stimmenfang gehen, weil die Genossen an Rhein und Ruhr weder das Charisma noch aber einen Plan von parlamentaristischer Landespolitik haben.

So wird Oskar im Zweistromland wohl kaum einen Oskar bekommen; denn er ist schon wieder der Rächer. Gegen Bartsch, für Wagenknecht, der schönen Kommunistin, und gegen reale Politik für den sozialistischenFundamentalismus. An dem ist schon mal ein Saarländer kläglich gescheitert.

So hat die Linke schneller fertig, als geglaubt. Und das wiederum ist gut so!

12.02.2010
19:49
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3418617/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat tagt in Krisensitzung zu Syrien-Massaker
Syrien
Der UN-Sicherheitsrat wird sich nach Angaben von Diplomaten noch am Sonntag treffen, um über das Massaker im syrischen Hula mit mindestens 109 Toten zu diskutieren. Das Gremium werde sich um 20.30 Uhr deutscher Zeit treffen, hieß es.
Foto 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.