Lärmschutz!

Ich beantrage eine neue Lärmschutzverordnung: für Hustenbonbons. Der Krach durch Melissenbömms­chen ist zwar nicht mit dem des Laubsaugers vergleichbar. Nein, er ist schlimmer! Unterschwelliger! Und entzieht sich jeder Kritik. Wer möchte schon sagen, „nehmen Sie sofort das Hustenbonbon raus!“ Das Hustenbonbon des Nachbarn – ob in der Oper oder im Zug – lässt einen sauer und hilflos zurück. Der Rabatz aus den Tiefen des Rachens ist ja nun wirklich störend.

Nicht erst das Klack-Klack zwischen den Zahnreihen sägt am Gehörnerv. Der subtile Radau setzt ja schon mit dem Rascheln der Bonbontüte ein, die sich in der Handtasche verfangen hat. Dann muss das Einzelstück rausgefriemelt werden. Was für ein Geknister. Ist das Bonbon erst im Mund, geht es erst richtig los: das Bonbon fliegt wie ein Puck gegen die Kauleisten, ein infernalisches Getöse in der Mundhöhle hebt an, bevor der Rest des corpus delicti mit Kawumm zerbissen wird. Endlich, es ist weggelutscht, welch ein Ohrenschmaus. Doch da geht die Hand schon wieder in die Tasche...