KV-Chef kritisiert "gierige Ärzte"
27.03.2009 | 06:35 Uhr 2009-03-27T06:35:00+0100Essen. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern, Axel Munte, erwägt die Auflösung der eigenen Standesvertretung. Wenn nicht das gesamte KV-System grundlegend reformiert werde, solle man es besser abschaffen. Muntes Kollegen sind empört.
Ausgerechnet der Chef der größten Kassenärztlichen Vereinigung erwägt die Auflösung der eigenen Standesvertretung. Bayerns KV-Vorsitzender Axel Munte ging vor einem Krisentreffen in Berlin in ungekannter Schärfe mit dem KV-System ins Gericht. „Ich schäme mich für eine Standesvertretung, die immer nur nach mehr Geld schreit”, sagte Munte der „Süddeutschen”. Die KV sei nur noch „ein Sinnbild des gierigen Arztes”.
Die 17 KVen verteilen das Geld der Krankenkassen an die niedergelassenen Ärzte. Obwohl sie in diesem Jahr rund 3,9 Milliarden Euro mehr verteilen können, hat ein neues Bezahlsystem wütende Proteste ausgelöst. Die Honorare werden stark angeglichen, wodurch viele große Praxen Einbußen haben. Ärzte reagierten mit Praxisschließungen und Behandlung gegen Vorkasse.
Munte teilt die Kritik, verurteilt aber Proteste auf Kosten der Patienten. Er sieht die Ständevertretung in der Verantwortung, die an der Reform mitgewirkt hat. Die KV selbst müsse dafür sorgen, „dass die besten Ärzte das meiste Geld bekommen”. Bayern habe damit begonnen. Wenn aber nicht das gesamte KV-System grundlegend reformiert werde, solle man es besser abschaffen.
Kollegen sind empört
In der gestrigen Krisensitzung in Berlin kam Muntes Kritik nicht gut an. Die Delegierten verwahrten sich gegen den Vorwurf der Gier und forderte bessere Gesetze. Der Chef der Bundesvereinigung KBV, Andreas Köhler, beklagte ein „Schwarze-Peter-Spiel” um die Honorarreform und verteidigte das KV-System.
Rund ums Thema:

08:59
Die Bezahlung ist miserabel. Mein Doc fährt
N U R einen VW-Golf und mein Zahnarzt hat vor der Budgetierung (KV eingeführt) ordentlich kassiert und daher einiges mehr auf dem Konto, wie ZB ein Haus, vielleicht auch einen Mercedes... aber davon können heutige neue Nidergelassene
nur noch von träumen!! Übrigens mein Doc arbeitet den ganzen Tag und hat eine 70-80 Stunden Woche, um zu überleben, sprich das kleine Unternhemen Arztpraxis am Ka... zu halten.
08:45
So schlecht kann die Bezahlung nicht sein....mein Doc macht nur noch morgens auf....
Und mein Zahnarzt fährt nicht nur einen Porsche....
08:23
Bedauerlicherweise doch scorpionx, schau Dir die Geschichte der Menschheit seit Beginn an. Es war immer so, ist so und wird auch so bleiben!!!
08:17
wie lange lässt sich das noch die mehrheit der zahler, nämlich die patienten/-innen, die NICHT
privat versichert sind, sanktionslos gefallen ???
es kann doch nicht so weitergehn, dass der streit um den schnöden mammon, auf dem rücken der schwächsten ausgetragen wird !!!
20:56
Endlich kommt die Wahrheit aus berufenem Munde auf den Tisch.
Die KVen haben doch die Honorarreform in eigener Verantwortung gemäß ihres Auftrages erstellt. Dass dabei großer Mist gebaut wurde, davon will jetzt keiner mehr etwas wissen.
Es fließt mehr Geld rein, aber es kommt unten weniger an. Ja wo bleibt es denn? Wer zweigt denn da was ab?
20:47
Bravo Axel Munte. Ein nicht geringer Teil der Ärztinnen und Ärzte steht hinter dir.