Kundus-Angriff: Oberst Klein handelte rechtmäßig

Kundus/Karlsruhe..  Fast sechs Jahre nach dem tödlichen Luftangriff im afghanischen Kundus hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Ermittlungen gegen den damaligen Befehlshaber Georg Klein nicht willkürlich eingestellt worden sind. Die 2010 getroffene Entscheidung der Bundesanwaltschaft sei aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zu beanstanden, teilten die Verfassungsrichter mit. Damit scheiterte der Vater zweier bei dem Angriff getöteter Kinder in Karlsruhe.

Bei dem Angriff auf zwei von Taliban-Kämpfern gekaperte Tanklastwagen kamen im September 2009 etwa 100 Menschen ums Leben. Darunter waren viele Zivilisten, die Benzin abzapfen wollten. Oberst Klein hatte den Beschuss befohlen. Er hatte die Befürchtung, die Taliban könnten die LKW als „rollende Bomben“ einsetzen. Seinen Informationen zufolge sollte es sich bei den Menschen in der Nähe der Fahrzeuge um Aufständische handeln.

Ermittlungen gegen den Bundeswehr-Offizier Klein stellte die Bundesanwaltschaft mangels hinreichendem Tatverdachts 2010 ein.