Kuba und USA werden im Juli gegenseitig Botschaften eröffnen

Erst ein Handschlag zweier Präsidenten, nun konkrete politische Schritte: Havanna ist nach Obamas Willen nach Jahrzehnten von der Terrorliste gestrichen worden.
Erst ein Handschlag zweier Präsidenten, nun konkrete politische Schritte: Havanna ist nach Obamas Willen nach Jahrzehnten von der Terrorliste gestrichen worden.
Foto: Estudios Revolucion/dpa (Archiv)
Was wir bereits wissen
Die Feindschaft dauerte Generationen: Die Wiederaufnahme der Beziehungen nach dem Kalten Krieg ist ein großer Coup für US-Präsident Obama.

Washington.. Nach mehr als 50 Jahren Eiszeit nehmen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen auf. Beide Regierungen verständigten sich darauf, in den Hauptstädten Washington und Havanna wieder Botschaften zu eröffnen, wie ein hoher Regierungsvertreter am Dienstag in der US-Hauptstadt erklärte. Damit geht die Ära des Kalten Krieges in der Karibik endgültig zu Ende.

Annäherung Die Überwindung der Feindschaft beider Länder gilt als einer der größten außenpolitischen Erfolge von US-Präsident Barack Obama. Die USA und Kuba wollen ihre Botschaften in der jeweils anderen Hauptstadt am 20. Juli wieder öffnen. Darauf einigten sich die Präsidenten beider Länder, Barack Obama und Raúl Castro, nach einer Mitteilung der kubanischen Regierung in Havanna. Ranghohe Vertreter beider Länder überreichten sich am Mittwoch Briefe der beiden Präsidenten, in denen sie sich auf diesen Schritt einigten. Am selben Tag soll in Washington eine offizielle Eröffnungszeremonie stattfinden. Obama sagte in Washington, sein Außenminister John Kerry werde nach Havanna reisen, um "die amerikanische Flagge erneut über unserer Botschaft zu hissen."

Botschaften seit 1960er Jahren geschlossen

Ein US-Botschafter für Havanna solle zunächst noch nicht ernannt werden, berichtete das Fachblatt "Foreign Policy" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Die Bestätigung des Botschafters durch den Senat gilt als schwierig, einige prominente Republikaner wollen sich dagegen stemmen.

USA und Kuba D ie Botschaften beider Länder sind seit den frühen 1960er Jahren geschlossen, nachdem Washington nach der sozialistischen Revolution Kubas im Jahre 1959 ein Embargo gegen das Land verhängte. Seit 1977 betreiben Washington und Havanna Interessensvertretungen jeweils unter dem Dach der Schweiz.

Zusammentreffen im April

Das sozialistische Kuba und die USA hatten erst Ende vergangenen Jahres überraschend ihre Eiszeit beendet. Im April trafen Obama und Raúl Castro in Panama-Stadt zusammen. Es war das erste offizielle Treffen von Staatsoberhäuptern beider Länder seit der kubanischen Revolution.

Im Mai hatte Washington Kuba von der Liste derjenigen Länder gestrichen, die Terrorismus unterstützen. Damit erfüllte Washington zugleich eine der wichtigsten Forderungen Havannas für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Das Embargo kann nach Angaben der "Washington Post" erst mit Zustimmung des US-Kongresses aufgehoben werden. Dort ist mit dem Widerstand der Republikaner zu rechnen. (dpa)