Kritiker von Joachim Gauck reiben sich an umstrittenen Äußerungen
21.02.2012 | 07:14 Uhr 2012-02-21T07:14:57+0100
Berlin. Joachim Gauck ist der große Konsenskandidat für das Bundespräsidentenamt? Nicht ganz. Auch der früherer DDR-Bürgerrechtler hat seine Kritiker. Diese wärmen jetzt Äußerungen von Joachim Gauck zu Theo Sarrazin, Hartz IV und der Occupy-Bewegung wieder auf.
Grummeln nach der Einigung: Grüne, Linke und Zuwanderer ziehen die Eignung Joachim Gaucks für das Amt des Bundespräsidenten in Zweifel. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele verlangte von Gauck am Dienstag Erklärungen zu Äußerungen über Hartz IV, die Occupy-Bewegung und den ehemaligen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin. Der Grünen-Fraktionssprecher für Integration, Memet Kilic, nannte Gauck nicht wählbar. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer warf dem Kandidaten von Union, SPD, FDP und Grünen vor, nur ein Thema zu kennen. Die Grünen-Spitze verteidigte Gauck.
Ströbele geht auf Distanz zu Joachim Gauck
Ströbele sagte der "Frankfurter Rundschau", Gauck habe den Finanzkapitalismus verteidigt, Sarrazins zuwanderungskritische Thesen mutig genannt und die Nöte sozial Schwacher kleingeredet. Ob er in der Bundesversammlung für Joachim Gauck stimmen werde, hänge von dessen Erklärungen ab, sagte Ströbele.
Kilic sagte, Gauck habe mit dem Lob für Sarrazin Vertrauen zerstört. "Wir brauchen echte Integrations- und keine populistischen Debatten", sagte Kilic dem Blatt. In der Bundesversammlung wolle er sich der Stimme enthalten.
Kolat empfiehlt Gauck seinen Vorgänger Wulff als Vorbild
Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte der Zeitung, er hoffe, dass Joachim Gauck als Bundespräsident seine Aussagen revidieren und beim Thema Integration die einende Linie von Ex-Bundespräsident Christian Wulff fortführen werde.
Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, sagte dem Blatt: "Wir gehen davon aus, dass er solche Äußerungen nicht wiederholt und beim Thema Armut einsieht, dass er als Präsident aller Deutschen auftreten muss."
Bürgerrechtler Schorlemmer fordert Gerechtigkeit von Gauck
Nach Auffassung des früheren DDR-Bürgerrechtlers Friedrich Schorlemmer müsse Gauck seine Themenpalette zu erweitern. "Es ist wunderbar, dass er das Loblied auf die Freiheit singt ", sagte Schorlemmer der "Berliner Zeitung". "Aber er müsste auch das Loblied auf die Gerechtigkeit singen, damit sich alle die Freiheit leisten können." Soziale und bürgerliche Menschenrechte gehörten untrennbar zusammen. "Wer von der Freiheit spricht, der muss auch vom Brot sprechen, vom Wasser, vom Wetter, vom Frieden", mahnte er.
Trittin sagte hingegen der "Frankfurter Rundschau": "Joachim Gauck ist nicht deswegen unser Kandidat, weil wir erwarten würden, dass er uns nach dem Mund redet. Sondern weil er jemand ist, der zwar seine Positionen klar vertritt, der aber auch bereit ist, sie einem demokratischen Diskurs zu stellen und sie entweder mit Argumenten zu verteidigen oder zu ändern."
Grünen-Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke sagte der "Stuttgarter Zeitung", es sei nicht korrekt, dass Gauck Sarrazin wegen dessen Mut gelobt habe.
Linke sieht sich in ihrer Ablehnung von Gauck bestätigt
Linksparteichefin Gesine Lötzsch prophezeite allen Parteien, die Gauck auf den Schild gehoben hatten, ein "blaues Wunder" mit dem Kandidaten. "Die SPD und die Grünen hatten ja gedacht, sie würden der Bundeskanzlerin eine Falle stellen und sind selbst hineingelaufen", sagte sie in den ARD-"Tagesthemen".
Lötzschs Vorgänger Oskar Lafontaine lobte den Vorschlag, den Kabarettisten Georg Schramm als Gegenkandidaten aufzustellen. "Wenn alle in die falsche Richtung laufen und einen Kandidaten unterstützen, der den Abbau des Sozialstaats und den Krieg als Mittel der Politik für richtig hält, dann muss es wenigstens eine politische Kraft geben, die dagegen hält", sagte er der "Saarbrücker Zeitung".

07:15
im Westen und in der Jetztzeit ankommt. Das er begreift, das seine Werte heute an anderen Linien verteidigt werden müssen. Das er auch begreift, das Deutschland mehr ist als die neuen Bundesländer.
Dann können wir von seinem Sendungsbewustsein profitieren. Wenn nicht haben wir halt einen ostdeutschen Lagerfeuerprediger. Besser als Wulff ist der auf jeden Fall.
21:53
Es gibt Leute,die immer dagegen sind.Komischerweise sind es immer dieselben.
20:25
Glaubt eigentlich irgendeiner, dass ein mentales Gewicht wie es Herr Gauck ohne Zweifel ist, sich von, pardon, aus Zusammenhängen herausgerissenen Pipifax- Zitaten beeindrucken lässt? Der Mann wird, DAS HOFFE ICH SEHR, unbequem sein. Der hat, ganz im Gegensatz zu seinem leichtgewichtigen Vorgänger, etwas zu sagen, und er wird das tun. Es ist nicht seine Pflicht, damit jeden zu streicheln.
Die Kritiker reiben sich bei ihm an Inhalten, dazu hatten sie bei Herrn Wulff keine Möglichkeit, der hatte keine.
16:38
"Denkwürdige bzw. nachdenkenswürdige Reden"?
Paar Kostproben gefällig? - Bitte sehr!
"In der Liebe zu einem Menschen, zumal einem Kind, zu einem Werk, zu Gott, der Kunst, der Natur, einer Arbeit, einem großen Stil entsteht eine fulminante Geneigtheit zu etwas außer mir selbst. Wer Freiheit als Verantwortung lebt, kommt letztlich bei den besten und tiefsten Potenzen an, die in uns angelegt sind."
"Manchmal befällt mich ein Albtraum: wir alle, die wir für Freiheit und Demokratie aufstanden, vergäßen unsere Siege, unsere Vollmacht, die großen Niederlagen der großen Unterdrücker. Solchem Albtraum wehre ich mit zweierlei: mit offenen Augen, die die Siege der Menschen über ihre Unterdrücker in der Geschichte suchen, und mit geschlossenen Augen, die die Hoffnung herbeirufen, jene tiefe zumal, die nie nachgelassen hat, nach Freiheit zu rufen."
Ich denke, der Mann ist Pfarrer? Dann sollte er doch Gott anbeten statt auf seinem Altar der Freiheit huldigen!? - Viel Spaß!
15:34
Wie heißt es doch immer so schön:
Viel Feind, viel Ehr!
Lieber mal einen BP der sich einen Hauch in der Äußerung vergreift, als so einen Billichheimer wie Wulff, der in sämtliche Taschen seines Umfeldes greift.
Ich hoffe Gauck wird uns in der nächsten Zeit mit vielen denkwürdigen bzw. nachdenkenswürdigen Reden in der Diskussion halten.
Im übrigen sind die kritischen Leserkommentare hier kicki.
Schaut Euch mal an was bei den Lesern der Ostseezeitung so abgeht.
Dazu sollte man vielleicht noch wissen, das Rostock eine SED-Bezirksstadt war.
Da haben aber ganz ganz viele Salonbolschewicken noch ne fette Rechnung mit ihrem Bürger auf.
15:30
Wer mal den Sarrazin gehört hat, wie er Menschen in Lipizzaner und belgische Arbeitspferde eingeteilt sieht,
der muss sich wirklich Fragen über diesen Kandidaten machen.
Sollte er als „Glücksfall für die Demokratie“ auftreten, dann hat er sich aber einiges einfallen zu lassen.
10:34
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10:18
LINKSRADIKALEN ( LINKE und KOMMONISTEN) sind gegen ihn.... Das lässt nur einen Schluss zu: Der Mann kann nur ein SUPER Bundespräsident sein!!!!
08:41
Wenn die Umfragewerte nicht in die politische Linie passen, wird kurzerhand" depubliziert":
http://bundes.blog.de/2012/02/20/mdr-loescht-umfrage-77-prozent-joachim-gauck-12861889/
22:57
Man ist sicherlich geteilter Meinung, jedoch erwarte ich von ihm sich bezüglich der Agenda zu äußern, die dieses Land nach unten brachte,
ergo Armut per Gesetz.
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Wie es momentan in diesem Land über die Bühne geht, ist nicht mehr tragbar !
Die " sogenannte mächtige " und unfähige Kanzlerin, die nach der Nominierung lt. der Medien getobt haben soll, muß endlich !!! entmachtet werden und bedauerlich, daß es Sonntag zu keinem Cut kam.
Uns scheint es noch zu gut zu gehen, sonst hätten wir Italiener, Spanier und Franzosen zu unseren Vorbildern gekürt und ebenfalls demonstriert und gestreikt !
Uns geht es gut , hör auf zu jammern auf höchstem Niveau ! Ist ja peinlich zieh doch nach Griechenland , wenns dir hier nicht passt !!