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Schwangerschaft

Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit

19.01.2011 | 19:12 Uhr
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
BERLIN - NOVEMBER 26: (FILE PHOTO) German Family Minister Kristina Schroeder and husband Ole Schroeder attend the annual press ball 'Bundespresseball' at Hotel Intercontinental on November 26, 2010 in Berlin, Germany. Family Minister Kristina Schroeder announces today that she is pregnant. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Berlin.Ausgerechnet Familienministerin Kristina Schröder will sich keine Elternzeit nehmen. Wenn ihr erstes Kind im Juli zur Welt kommt, wird sie nur im gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz zu Hause bleiben. Schwangerschaft soll Signalwirkung haben.

Als Kristina Schröder 2009 in die Fußstapfen von Supermutter Ursula von der Leyen (beide CDU) trat, lästerten die Kritiker: Ledig und kinderlos – taugt sie als Familienministerin? „Makel“ eins fegte Schröder kurz nach Amtsantritt durch die Hochzeit mit Ole Schröder vom Tisch. Bald dürften die konservativen Kreise weiter besänftigt sein – wenn das kleine Schröderchen da ist. Via „Bild“ bestätigte die 33-jährige Ministerin: „Es stimmt, wir erwarten im Juli unser erstes Kind.“

Vom Kinderreichtum von der Leyens ist Schröder damit noch weit entfernt. Dafür sorgt sie mit ihrer Baby-Botschaft für ein Novum: Schröder wird die erste Bundesministerin sein, die in ihrer Amtszeit ein Kind bekommt. Während der Mutterschutzzeit will sie zu Hause bleiben und ihr Amt von dort aus führen. Im Alltagsgeschäft springen die Staatssekretäre für Schröder in die Bresche. Notfalls steht Bildungsministerin Annette Schavan als Aushilfe bereit.

Doch ausgerechnet für die Familienministerin kommt die Elternzeit nicht in Frage: Eine Abgeordnete dürfe die aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht ­nehmen. Andernfalls, so eine Sprecherin der Bundestagsverwaltung, müsse Schröder ihr Mandat zurückgeben. Der Grund: Parlamentarier sind nur ihrem Gewissen verpflichtet, können sich ihre Zeit im Prinzip selbst einteilen.

Ehemann könnte Elternzeit nehmen

Schröders Gatte Ole könnte Elternzeit nehmen. Ob aber der Parlamentarische Staatssekretär wie der ­Grünen-Chef Cem Özdemir ins „Wickelvolontariat“ geht, bleibt das Geheimnis des Politiker-Paares. Das Ministerium wollte dazu keine Angaben machen.

Das passt ins Schröder-Bild: Seit ihrem Amtsantritt blockt die Ministerin stoisch alle Fragen zu ihrem Familienbild ab. Schröder will nicht einmal sagen, wer zu Hause kocht, weil man daraus Rückschlüsse auf die Rollenverteilung ziehen könnte. Das aber möchte die Ministerin nicht, weil sie niemandem vorgeben will, wie er – oder sie – zu leben hat.

Gleiche Herausforderung wie andere berufstätige Eltern

„Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind“, sagte Schröder, die nun zwischen Wickel- und Kabinettstisch wirbeln muss. Ihr droht auch die Diskussion, ob die Arbeit unter dem Baby ­leidet. So dürfte Schröder SPD-Generalsekretärin An­drea Nahles, die am Dienstag ihr Kind bekam, nicht grundlos vor Wochen zur Seite gesprungen sein. Im Interview mahnte sie Respekt für die Abgeordnete Nahles an.

Für Schröder mag es hilfreich sein, dass das Ministerium den Familien-TÜV hat. Den gibt es nur, wenn ein Ministerium flexible Arbeitszeiten oder eine Kinderbetreuung ermöglicht. Dass der Ministerin die Arbeitszeiten zum Verhängnis werden, glaubt zumindest CSU-Familienpolitikerin Dorothee Bär nicht: „Wenn man ausgerechnet im Familienministerium die Arbeitszeiten nicht flexibel gestalten könnte, dann würde in diesem Lande etwas falsch laufen“, sagte die gleichfalls schwangere Bär.

Familie und Politik

Die FDP-Familienpolitikerin Miriam Gruß hofft, dass Schröders Schwangerschaft Signalwirkung hat: „Familie und Politik sind miteinander vereinbar.“ Wie das geht, hat die FDP-Abgeordnete Judith Skudelny vorgemacht. 2009 nahm die 35-Jährige ihre vier Monate alte Tochter mit in den Plenarsaal – ein Novum im Bundestag. Später einigte sich das Präsidium darauf, dass Abgeordnete im Notfall den Nachwuchs mitbringen dürfen – etwa zu Abstimmungen.

„Mit einem Kind verschieben sich die Prioritäten“, sagt Skudelny, die Abendveranstaltungen meidet und wichtige Termine vorzieht. Dann seien Baby und Politik unter einen Hut zu bekommen. Das sieht Bär auch so: „Früher haben die Frauen im Krieg oder auf der Flucht Kinder bekommen. Da soll keiner behaupten, dass Politik und Kinder zugleich nicht machbar sind.“

Daniel Freudenreich

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Kommentare
23.01.2011
12:08
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von KritischeBuergerin | #34

@28

Das gilt alles für jede andere arbeitende Mutter auch. Gehören alle zurück an den Herd?

22.01.2011
17:57
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von Marzipankartoffelsalat | #33

Armes Ungeborenes. Ehrlich.

22.01.2011
15:29
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von bderks | #32

Schön, daß wir jetzt wahrscheinlich ständig den ihren Bauch präsentiert bekommen. Irgendwas muß schließlich davon ablenken, daß sie politisch auf Nulllinie pulsiert.

22.01.2011
12:28
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von zauberlehrer | #31

Singnalwirkung für andere Eltern ? Eine ganz Primitive Eigen Show !!!

22.01.2011
10:59
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von derLabbecker | #30

klar warum sie keine Elternzeit macht: sie bekommt nämlich kein Elterngeld! und ob sie nach der nächsten Wahl ihren Job noch hat weis sie auch nicht.. .also muss so viel wie möglich kassiert werden!

21.01.2011
22:18
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von Bohrhammer | #29

Kristina Schroeder macht Politik? Das ist mir völlig neu. Kann nur sagen, das arme Kindchen.

21.01.2011
20:37
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von HernerJupp | #28

Die WAZ hat schon Recht. Mutter und Ministerin das geht nicht gleichzeitig. Frau Schröder sollte, wie die WAZ sagt, mal in der Wirklichkeit ankommen. Schon während der Schwangerschaft ist sie möglicherweise nicht voll einsatzfähig, bekommt aber das gleiche Gehalt. Nachher gibt sie einen Teil ihrer Zeit für das Kind, wieder bei gleichem Gehalt und schlechterer Arbeitsleistung auf unsere Kosten. Frau Merkel sollte sie folgerichtig wegen der Schwangerschaft sofort aus dem Kabinett werfen. Junge Muttis haben eben in der Politik nichts zu suchen. Das war schon immer so. Nur gut, dass uns die WAZ frühzeitig darauf hinweist.

21.01.2011
18:56
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von mspoetnik | #27

25,seiesdrum-
das ist schon mal korrekt.
Hammer finde ich die Begründung,mit der die Eule keine Ellternzeit nehmen DARF.Die können sich ihre Zeit selbst einteilen.Will heissen,wenn die n halbes Jahr Elternzeit nimmt, ist das genauso,als würde sie weiter arbeiten.Dann doch lieber Elternzeit.

21.01.2011
17:44
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von marwang | #26

@24 weil sie keine ahnung hat

21.01.2011
16:13
Kristina Schröder nimmt keine Elternzeit
von seiesdrum | #25

...ob das Baby die Arbeit behindert.....

Umgekehrt wird da ein Schuh draus.

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