Krise der Kirchen kaum zu stoppen

Münster..  Gegen leerer werdende Gotteshäuser und Austritte können die Kirchen nach Ansicht eines Religionssoziologen nicht viel ausrichten. „Die Kirchen sind dieser Abwendung der Gläubigen häufig machtlos ausgeliefert“, sagte der Münsteraner Wissenschaftler Detlef Pollack. Den langsamen Bedeutungsrückgang begründet er vor allem mit einer zunehmenden Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber Religion und einer größer werdenden Konkurrenz durch weltliche Angebote: „Viele Menschen finden einfach anderes wichtiger“, etwa Zeit mit der Familie zu verbringen oder auszuschlafen.

Es gebe für Kirchen allenfalls kleine Stellschrauben, den Trend abzufedern. „Kirche behauptet sich dort, wo sie sich mit nicht-religiösen Dingen verbindet und so in die Gesellschaft ragt“, sagte Pollack. Dies zeige sich etwa dann, wenn Kirche sich gesellschaftlich einmische.

Pollack stellt seine Untersuchung „Religion in der Moderne“ am Mittwoch in Münster vor. Darin macht der Soziologe unter anderem deutlich, dass Religion im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Familie, Freizeit oder Beruf für eine Mehrheit der Menschen inzwischen nur noch einen geringen Stellenwert einnimmt.